Systemwechsel droht

Waneck-Aussagen bringen Licht ins Dunkel

Linz (OTS) - Zur Erhellung der Motive für die Abberufung des Hauptverbands-Präsidiums trug nun Staatssekretär Reinhard Waneck bei. In einer Ministeriums-Aussendung bekannte sich der FP-Politiker offen zur Abschaffung der Pflichtversicherung. OÖGKK-Obmann Helmut Oberchristl: "Es ist dem Herrn Waneck für die Ehrlichkeit zu danken. Jetzt ist klar, warum Hans Sallmutter und ich weg müssen. Wir stehen der Zerschlagung der Krankenversicherung in der jetzigen Form im Wege." Nebenbei demonstriere der Staatssekretär erschreckendes Unwissen.

Der vor allem von der FPÖ immer wieder ins Spiel gebrachte Systemwechsel von der Pflichtversicherung zur Versicherungspflicht bringt nur scheinbare Vorteile. Tatsächlich verschlingt der Wettstreit um Versicherte Unsummen an Geldern, die dem Gesundheitswesen entzogen werden. Helmut Oberchristl warnt vor der vordergründig verlockend klingenden freien Wahl: "Das benachbarte Ausland zeigt, dass diese Wahl teuer kommt. In Deutschland etwa liegen die Krankenversicherungsbeiträge fast doppelt so hoch wie in Österreich. In der Schweiz kostet beispielsweise die Krankenversicherung einer vierköpfigen Familie mehr als 5.000 Schilling pro Monat." In Österreich liegt der monatliche Höchstsatz derzeit knapp unter 1.500 Schilling.

Apropos Beitragssätze: Staatssekretär Waneck beklagt sich in der offiziellen Aussendung, dass in Österreich "jede einzelne der 28 Krankenkassen unterschiedliche Beiträge" einhebe. Helmut Oberchristl: "Es ist erschütternd, dass der dafür zuständige Staatssekretär nicht weiß, wie viele Krankenversicherungsträger es gibt und dass die Beiträge bei den neun Gebietskrankenkassen und den neun Betriebskrankenkassen alle gleich sind - und zwar vom Gesetzgeber festgelegt." Die Äußerung Wanecks könnte - nicht ganz ernst gemeint - auch dahingehend interpretiert werden, dass er die Gründung neuer Krankenkassen und die Durchsetzung einer Beitragsautonomie plane.

Alles was sich aus dem chaotischen Vorgehen der Regierung rund um die Sozialversicherung und die Abberufung des Hauptverbands-Präsidiums abspiele, deute auf eine Stoßrichtung hin. Oberchristl: "Man will die Zerstörung des Sozialsystems in der jetzigen Form und nimmt zumindest in Kauf, dass kranke, ältere und weniger begüterte Menschen auf der Strecke bleiben."

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