SP-Bauer fordert Umdenken bei europäischer Agrarpolitik

Wien (SK) Eine Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik forderte SPÖ-Abgeordneter Hannes Bauer heute in einer Rede vor dem Parlament:
"Die Aussicht, BSE-Rinder, Hormonkälber, Antibiotikaschweine und Dioxinhühner auf den Teller zu bekommen, bereitet den Konsumenten mehr Frust als Lust beim Essen. Weitere Lebensmittelskandale werden durch die einseitige und auf Produktivitätssteigerung ausgerichtete Landwirtschaft in Verbindung mit dem massiven Einsatz von Medikamenten und Gentechnik bei der Nahrungsmittelproduktion nicht lange auf sich warten lassen. Wahnsinn und Leiden im Tierstall muss zu einem Umdenken in der europäischen Agrarpolitik führen", forderte Bauer am Donnerstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Anzustreben sei eine "gläsernen Produktionskette": der Weg der Nahrungsmittel müsse für den Konsumenten vom Landwirt über die Verarbeitung und den Handel bis hin zum Geschäft transparent und klar einsehbar sein. Dies erfordere massive Verbesserungen in der Haltung und der Kennzeichnung.

Artgerechte Tierhaltung sei aufwendiger als gewinnorientierte konventionelle; daher seien auch die Produkte teurer. Hier offenbart sich nach Ansicht Bauers auch das Dilemma der modernen Landwirtschaft: Wird marktorientiert produziert, leiden die Tiere durch die Haltung und die Konsumenten durch den Einsatz verschiedener Zusatzstoffe; die Konsumenten verweigern den Produkten daher die Akzeptanz. Richtet sich die Landwirtschaft nach den Wünschen der Konsumenten, ist dies unter den gegebenen Wettbewerbsbedingungen einfach nicht möglich und es fehlt den Produkten im Geschäft die Akzeptanz.

"Der Konsument muss begreifen, dass gesunde Lebensmittel andere Herstellungskosten verursachen und daher ein gerechter Ausgleich mit den Landwirten stattzufinden hat", führte Bauer aus. Ein den Produktionskosten angemessenes Einkommen der Produzenten würde mehr Sicherheit im Gesundheitsbereich herbeiführen; weg von bestehenden Herstellungsmethoden in den Tierfabriken hin zu bäuerlichen Betrieben mit artgerechter Tierhaltung.

Für sichere und gesunde Lebensmittel, die im Einklang mit den Regeln der Natur erzeugt werden, sind auf europäischer Ebene klare gesetzliche Vorgaben erforderlich, die vor allem gleiche Wettbewerbsbedingungen herstellen; hier sind die Politik und EU-Agrargremien gefordert, jetzt die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, schloss Bauer. (Schluss) se/mm

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