Ski-WM: HGPD disqualifiziert Bartenstein

Tourismusgewerkschafter Kaske erinnert den Bundesminister an Integrationserlass

Wien (HGPD/ÖGB) "Wegen mangelnder Fairness gegenüber den in- und ausländischen ArbeitnehmerInnen in diesem Land gehört der Bundesminister für Arbeit und Wirtschaft nach dieser Ski-WM eigentlich disqualifiziert", erklärt der Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), Rudolf Kaske, anlässlich eines Verordnungsentwurfes des Ministeriums für eine weitere Aufstockung des Saisonierkontingents von 6.590 Saisoniers auf 6.925.++++

"Die Ski-WM in St. Anton war für Bundesminister Martin Bartenstein eine gute Begründung, das Saisonierkontingent von 3.045 im letzten Winter auf knapp 7.000 zu erhöhen. Jetzt sind in St. Anton seltsamerweise nur etwa 200 Saisoniers beschäftigt", wundert sich Kaske und erinnert den Minister an den Integrationserlass. In dem ist fest gehalten, dass bereits im Lande befindliche AusländerInnen mit Aufenthaltsgenehmigung vorrangig beschäftigt werden sollen. "Das fordern wir schon lange. Außerdem haben wir bekanntlich mehr als 20 Prozent Arbeitslose in der Branche. Aber anstatt dass im Lande lebende In- und Ausländer auf den Arbeitsmarkt gebracht werden, werden die Kontingente für Billig-Saisoniers monatlich erhöht."

Der HGPD-Vorsitzende ergänzt zum Sittenbild der Branche, dass in einigen Tiroler Bezirken jeder siebente Antrag auf Ausländerbeschäftigung unter dem Kollektivvertrag liege: "Neuerdings hören wir sogar von Arbeitgebern, die die Gebühren für die Beschäftigungsbewilligungsanträge von den Arbeitnehmern selbst bezahlen lassen."

Kaske appelliert abschließend an Bartenstein: "Nehmen Sie Ihre Verantwortung als Arbeitsminister wahr - und betätigen Sie sich nicht als Akquisiteur für Billigjobs!"

Damit Recht Recht bleibt, hat der ÖGB Tirol in den nächsten zwei Wochen eine WM-Anlaufstelle für ArbeitnehmerInnen in St. Anton eingerichtet. Am Mittwoch, den 7. Februar 2000 wird sich HGPD-Vorsitzender Rudolf Kaske dort persönlich die Sorgen der KollegInnen anhören. (kk)

ÖGB, 1. Februar 2001 Nr. 79

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