Abfallwirtschaft im Schulunterricht durch "Wiener Müllfibel"

Svihalek und Scholz präsentieren neuen Lehrbehelf

Wien, (OTS) Die "Wiener Müllfibel" ist ein neuer Lehr- und Unterrichtsbehelf zum Thema Abfallwirtschaft, der in den Wiener Hauptschulen, allgemein Bildenden Höheren Schulen (AHS), den Berufsbildenden Höheren (BHS) und den berufsbildenden Pflichtschulen eingesetzt werden soll. Darin wurden alle jene
Fragen zum Thema Mist herausgearbeitet, die einen unmittelbaren Bezug zur eigenen Erfahrungs- und Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler in Wien haben. Zahlreiche Overhead-Folien illustrieren die Vielschichtigkeit der gut funktionierenden Wiener
Abfallwirtschaft. Außerdem gibt der Lehrbehelf wertvolle Tipps für fächerübergreifenden und projektartigen Unterricht. Vorgestellt wurde die "Wiener Müllfibel" von Umweltstadtrat Fritz Svihalek und dem Präsidenten des Wiener Stadtschulrates, Dr. Kurt Scholz bei einer Pressekonferenz der besonderen Art: die JournalistInnen
wurden gebeten, auf den Schulsesseln der Klasse 2c der Hauptschule Herthergasse 28 im zwölften Bezirk Platz zu nehmen und eine Abfallberaterin der MA 48 gestaltete mit Unterstützung der Geografielehrerin eine Unterrichtsstunde.****

Gerade im Umweltbereich ist eine gezielte Bildungsarbeit von immenser Bedeutung, betonte Umweltstadtrat Fritz Svihalek bei
diesem Anlass: "Umweltschutz braucht die Mithilfe und das
Engagement aller Generationen. Je früher ein Mensch über umweltrelevante Zusammenhänge Bescheid weiß, desto aufgeschlossener und kritischer wird er umweltschädigendem Verhalten gegenüberstehen und umso eher wird er auch umweltbewusst handeln."

Dr. Kurt Scholz, Präsident des Wiener Stadtschulrates,
betonte ebenfalls die Wertigkeit des Umweltschutzes innerhalb des Bildungsauftrages: "In allen unseren Wiener Schulen mit ihren vielfältigen Bildungs- und Erziehungsaufgaben ist der Umweltschutz zu einem Schwerpunkt in den verschiedensten Unterrichtsfächern geworden. Die Pädagoginnen und Pädagogen haben dabei eine wichtige Aufgabe zu erfüllen, sollen sie doch als Multiplikatoren wirken
und mit aufbereiteten Informationen und fundiertem Wissen für den Umweltschutzgedanken sensibilisieren."

In den kommenden Wochen wird der neue Lehrbehelf an die
Schulen ausgeliefert. Er kann auch bei der Wiener Umwelt-Hotline (Folderservice) unter der Telefonnummer 4000/88220 oder beim Misttelefon (546 48) bestellt werden. Natürlich wird der
Lehrbehelf in Zukunft auch aktualisiert. Das geschieht übers Internet (www.wien.at/ma22/abfalllehrbehelf). Dort befindet sich eine jeweils dem aktuellen Informationsstand angepasste Version
des Lehrbehelfes.

Die "Wiener Müllfibel" wurde von der Umweltschutzabteilung
der Stadt Wien (MA 22) und der MA 48 (Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark) in Auftrag gegeben. Die Inhalte wurden didaktisch aufbereitet von Mag. Angelika Trattnig, die bereits Lehrbehelfe zu verschiedenen Themen für Kärntner Schulen gestaltet hat.

Vom Mist im Alten Rom bis zu den Abfällen unserer Wegwerfgesellschaft

Die "Wiener Müllfibel" bietet Informationen zu allen
Bereichen der Abfallwirtschaft. Gleich zu Beginn steht die Geschichte des Mülls im Mittelpunkt: das Leben mit dem Abfall im Alten Rom bis hin zur Entwicklung der Abfallwirtschaft in Wien und dem Müll als Faktor unserer Gesellschaft. Auch die allgemeinen Grundsätze und Konzepte der Abfallwirtschaft werden möglichst einfach erklärt. Eigene Kapitel sind nach dem Motto "Abfall ist nicht gleich Abfall" den unterschiedlichen Müllarten sowie dem Abfalltrennen und Abfallvermeiden gewidmet. In der "Wiener Müllfibel" erfährt man auch, wie der Mist in Wien gesammelt, stofflich oder thermisch wieder verwertet und der Rest entsorgt wird.

Der Lehr- und Unterrichtsbehelf besteht aus einem über
achtzig Seiten umfassenden Textteil, wobei jedes Kapitel von farbigen Overhead-Folien begleitet wird. Insgesamt enthält die Ringmappe vierzig Overhead-Folien, die sämtliche Themen grafisch ansprechend darstellen. Darüber hinaus gibt der Lehrbehelf zahlreiche Anregungen und Informationen zur aktiven Unterrichtsgestaltung und -begleitung an außerschulischen Lernorten. Die Adressenliste im Anhang nennt Institutionen, die behilflich sind, wenn Schulklassen zum Beispiel
abfallwirtschaftlich relevante Betriebe besichtigen, Experten für Vorträge gewinnen oder audiovisuelle Medien zum Thema ausborgen wollen.

Die "Wiener Müllfibel" und ihre Zielgruppen

Der Lehrbehelf versucht zwei Altersgruppen von Schülern anzusprechen. Weite Teile der "Wiener Müllfibel" sind so
gestaltet, dass sie dem Vorstellungsvermögen zehn- bis vierzehnjähriger Schülerinnen und Schüler entsprechen. Zusätzlich gibt es jedoch auch Informationen und Folien, die speziell für den Einsatz in der Oberstufe von allgemein und berufsbildenden höheren Schulen geeignet sind. Dabei handelt es sich vor allem um wichtige Zusammenhänge, die in einer Gesamtbetrachtung der Wiener Abfallwirtschaft unverzichtbar sind. Da die Vermittlung von
Inhalten an den jeweiligen Wissensstand der Schülerinnen und Schüler anschließt und dieser von Jahr zu Jahr schwankt, wird es von der jeweiligen Situation der Klasse abhängen, wie intensiv und auf welcher Ebene sich der Pädagoge mit dem Thema Mist auseinander setzen kann.

Umwelterziehung als Unterrichtsprinzip

Umwelterziehung als Unterrichtsprinzip wurde erstmals 1979 in die Lehrpläne der allgemein bildenden Schulen aufgenommen und findet sich auch im 1999 in Kraft getretenen Lehrplan für die Sekundarstufe 1 wieder. Demnach ist Umwelterziehung eines der
Ziele, die in den fünf Bildungsbereichen zur Allgemeinbildung (Sprache und Kommunikation, Mensch und Gesellschaft,
Natur/Technik, Kreativität/Gestaltung, Gesundheit/Bewegung) enthalten sind. Um den Pädagoginnen und Pädagogen einen möglichst großen Spielraum zu geben, wurden in diesem Lehrplan die Gegenstände in einen Kern- und Erweiterungsbereich unterteilt. Während für den Kernbereich zwei Drittel der Wochenstunden aufgewendet werden müssen und die Inhalte vorgegeben sind, lässt der Erweiterungsbereich hingegen sehr viel Spielraum zur Unterrichtsgestaltung. Vorgabe ist jedoch, dass bei den Themen regionale und lokale Gegebenheiten, Bedürfnisse, Interessen und Begabungen der SchülerInnen, Lernfortschritte der Klasse oder individuelle Schwerpunkte berücksichtigt werden. Die "Wiener Müllfibel" ist als Lehrbehelf speziell für diesen Erweiterungsbereich geeignet und will das methodisch-didaktische Repertoire der Lehrerschaft um einen wichtigen Baustein erweitern. (Schluss) ma

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