Gewerbeverein: Braucht ein vereintes Europa soviele Diplomaten?

Wien (OTS) - 40.000 Diplomaten der EU-Länder stehen 15.000 US-Kollegen gegenüber. Zu denken muss geben, dass die vorgelagerten diplomatischen Einrichtungen, wie Kulturinstitute oder Militärattachés im Internet-Zeitalter zunehmend an Bedeutung verlieren und trotzdem Österreichs diplomatische Vertretungen in mehr als ausreichender Zahl bevölkern.

- Briten und Franzosen etwa verkleinern radikal das Netz ihrer Kulturinstitute - insbesondere in Deutschland und im übrigen Europa. Wir leisten uns etwa in Istanbul, zirka 20 Kilometer vom Stadtzentrum ein Kulturinstitut. Dazu kommen noch solche in New York, Warschau, in Italien sogar in Rom und Mailand, Paris und London und noch einige mehr - etwa Exoten wie Teheran tun weltweit etwas dafür, dass Mozart nicht in Vergessenheit gerät.

Es mag nicht gerade populär klingen, bei Kultur zu sparen - aber bringt's die Umwegsrentabilität wirklich? Wenn Briten, Franzosen und neuerdings Deutsche neue Wege ihrer internationalen Kulturarbeit beschreiten, wird man auch hierzulande aktiv werden müssen.

Andere - größere Länder als Österreich - legen zum Beispiel ihre Kulturinstitute zusammen - etwa Deutschland und England in Kiew. Da wird doch Österreich trotz der erst langsam wieder wachsenden Vertrauensbasis zwischen den beiden Außenministern, mit Deutschland ebenfalls Kooperationen zusammenbringen.

- Noch ärger ist die Präsenz von Militärattaches im diplomatischen Umfeld. Brauchen wir in allen 14 EU-Ländern Militärvertreter?

Wir haben aber auch in Bulgarien, Kroatien bis China, um auch wieder nur eine Auswahl zu treffen, Militärattaches deren Ränge beim Oberstleutnant beginnen und zuoberst beim Divisionär enden. Alles Leute, die nicht schlecht bezahlt sind, aber bestimmt auch nicht überlastet sind.

- Wissenschaftsattaches haben wir dafür nur sehr wenige - da werden wir ja gemäß unserer Vizekanzlerin bald selbst einen Nobelpreisträger stellen - wozu einen Wissenschaftler im diplomatischen Umfeld unterbringen?

- Übrigens sogar in Dreizehnlinden haben wir einen Honorarkonsul. Dreizehnlinden liegt nicht, wie es der Name vermuten lässt im Herzen Deutschlands, sondern in Brasilien. Das muss ein Traumjob sein!

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