AK warnt vor Datenschnüfflern: Konsumenten sollen sparsam mit Daten umgehen

Wien (AK) - Die AK warnt vor Datenschnüfflern, die zur Zeit unterwegs sind. Die Firma "Lifestyle GmbH" gibt vor, den Lebensstil der Österreicher in einer "nationalen Vebraucherbefragung" zu erforschen. Die Methoden des Unternehmens haben aber keinen Stil, kritisiert die AK. Ungeniert wird nach dem Nettoeinkommen aller Hausbewohner gefragt. Einkaufsgewohnheiten, Versicherungs- und Geldanlageinteressen werden ausgeforscht. Und selbst vor Fragen zur Gesundheit wird nicht Halt gemacht: "Gibt es bei Ihnen pflegebedürftige Personen?" oder "Männer mit Haarausfall?" Solche Fragebögen finden sich derzeit in unzähligen Briefkästen privater Haushalte. Mit den abgeluchsten Daten betreibt die Firma dann schwungvollen Adresshandel: Übers Internet bietet sie das an, was unvorsichtige Konsumenten zuvor über sich preisgegeben haben: "Wir bieten Ihnen die Adressen von allen fünf Millionen Privatpersonen Österreichs, mit bis zu 100 Merkmalen zur Person. Punktgenau einsetzbar". ****

Zur Zeit versucht die Firma "Lifestyle GmbH" den Lebensstil der Österreicherinnen und Österreicher auszuforschen. Da auch sensible Themen nicht ausgespart werden, muss die ausdrückliche, schriftliche Zustimmung des Betroffenen eingeholt werden. Die Lifestyleschnüffler klären zwar darüber auf, dass die Ergebnisse der Befragung ausschließlich für Marketing- und Werbezwecke genutzt und an Dritte übermittelt werden. Welche Unternehmen die Datenschätze aber erhalten, bleibt offen.

Die AK Datenschützer warnen generell davor, allzu offenherzige Angaben über sich zu machen. Zwar kann der Konsument seine Angaben jederzeit widerrufen. Die Daten können aber bereits in alle Winde verstreut sein. Wer dann in Werbezusendungen untergeht, muss sich die Mühe machen, sich in die Robinsonliste eintragen zu lassen oder jedes Unternehmen einzeln zu verständigen.

Adresshandel und Direktmarketing sind nach der Gewerbeordnung zulässige Tätigkeiten. Unseriöse Tricks sind: Fragebögen mit "amtlichen Anstrich", oder Vorgaukeln einer anonymisierten, statistischen Verwertung, wenn die Angaben personenbezogen verkauft werden.

Verhaltensregeln für Unternehmen
Auch der Datenschutzkommission ist die Art und Weise, wie Daten ermittelt werden, zunehmend ein Dorn im Auge. Sie will gemeinsam mit den Konsumentenschützern die Branche dazu bringen, sich bestimmten Verhaltensregeln zu unterwerfen. Für die AK ist es vor allem höchste Zeit, die Ausübungsvorschriften für Adressverlage und Direktmarketing in der Gewerbeordnung zu aktualisieren.

Die AK-Konsumentenschützer verlangen:
+ ausführliche Informationen über Verarbeitungszweck und die Datenempfänger,
+ eine ausdrückliche Zustimmungserklärung zur Datenweitergabe, unabhängig von diesem Passus im Kleingedruckten,
+ bei Widerruf der Zustimmung hat der Adresshändler dafür zu sorgen, dass die Daten bei den Firmen, an die sie weiterverkauft wurden, gelöscht werden,
+ Fairness und Zurückhaltung bei der Datentiefe.

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