"Neue Zeit" Kommentar: "In den Wind" (von Litsa Kalaitzis)

Ausgabe vom 1. 2. 2001

Graz (OTS) - In einem Monatsbericht über die österreichische Landwirtschaft, herausgegeben von der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft, die dem Landwirtschaftsministerium unterstellt ist, findet sich in Zeiten, in denen BSE auch in Österreich schon längst für Schlagzeilen sorgt, unter dem Titel "Information und neue Medien" auch eine Internetadresse, unter der man illegale Hormone und Antibiotika bestellen kann. Für die SPÖ eine "Sauerei", wie es Agrarsprecher Heinz Gradwohl ausdrückt, weil dieses bei Landwirtschaftskammern aufliegende Blatt den Bauern vermittle, dass es in Ordnung sei, darin veröffentlichte Adressen bedenkenlos zu benützen. Eine Anzeige gegen den Herausgeber ist unterwegs, obwohl die politische Verantwortung den Landwirtschaftsminister treffe. Mit dem "Skandal", von dem man in dessen Büro spricht, ist allerdings nicht der Monatsbericht, sondern der SPÖ-Vorwurf gemeint. Es handle sich um die komprimierte Fassung einer EU-Studie, und wenn man die nicht veröffentlichen dürfe, dann habe die ganze Wissenschaft keinen Sinn mehr, erklärt der Minister-Sprecher. "Außerdem sind wir nicht der Herausgeber und auf unserer Homepage hat es diese Adresse nie gegeben." Auf die Frage, ob es nicht trotzdem klüger gewesen wäre, derartig kritische Adressen nicht zu publizieren: "Dann hätte die SPÖ sicher etwas anderes Absurdes gefunden." Wasser auf die Mühlen der Opposition, die dem Landwirtschaftsminister seit Wochen vorwirft, Warnungen einfach in den Wind geschlagen zu haben.

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