Offener Brief an Bundesminister Mag. Herbert Haupt

ÖGB Driemer: Gesundheitspolitik vor Parteipolitik

Wien (GBH/ÖGB). Der Vorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) und ÖGB-Vizepräsident Johann Driemer richtete heute an Sozialminister Herbert Haupt einen Offenen Brief mit folgendem Wortlaut:++++

Betreff: Gesundheitspolitik vor Parteipolitik

Sehr geehrter Herr Bundesminister Haupt!

Für die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) als Vertreter von mehr als 250 000 Bau- und HolzarbeiterInnen und deren Familien ist die zur Zeit stattfindende Diskussion über Personalentscheidungen im Hauptverband der Sozialversicherungsträger ein Ablenken von zentralen Themen, wie etwa der Verbesserung der Gesundheitsvorsorge der Menschen in unserem Land.

Die GBH fordert rasch politische Entscheidungen für die Gesundheit der Menschen, die den Staatshaushalt mittel- und langfristig wesentlich mehr entlasten als alle zur Zeit diskutierten und zum Teil schon beschlossenen Belastungen für die ArbeitnehmerInnen. Bauarbeiter sind in Österreich jene Berufsgruppe, die der höchsten Unfallsgefährdung ausgesetzt sind. Das durchschnittliche Pensionsalter von Bauarbeitern liegt krankheitsbedingt bei 57 Jahren, wobei rund 60% der Bauarbeiter in die Invaliditätspension gehen müssen. Die Hauptursachen sind Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, Herz- und Kreislauferkrankungen, Hautschäden, Stress, Lärm und die oft zu schweren Baustofflasten.

Diese KollegInnen scheiden nicht freiwillig aus dem Arbeitsleben aus - aber vorzeitiges gesundheitsbedingtes Ausscheiden aus dem Berufsleben verursacht nicht nur menschliches Leid, sondern auch, wie die von der Gewerkschaft Bau-Holz in Auftrag gegebene Gesundheitsstudie klar beweist - hohe volkswirtschaftliche Kosten. Sowohl die Arbeitgeber, aber vor allem auch Bund und Länder sind gefordert, ihren Beitrag zur radikalen Verbesserung der arbeitsmedizinischen Betreuung, Beratung und zum Ausbau der Gesundheitsförderung zu leisten.

Ziel muss sein, durch mehr Gesundheitsvorsorge das menschliche Leid und die damit verbundenen hohen volkswirtschaftlichen Kosten deutlich zu reduzieren. Dies wäre überdies ein humaner Beitrag zur Anhebung des faktischen Pensionsalters. Wir erlauben uns, Ihnen nochmals die von der GBH in Auftrag gegebene Studie "Muss Arbeit die Gesundheit kosten?" zu übermitteln.

Hochachtungsvoll

LAbg.Johann Driemer
Bundesvorsitzender

Alexander Czauderna
Bundessekretär

ÖGB, 31. Jänner 2001
Nr. 73

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Sonja Schmid
Tel.: 01/40147/246 DW
E-Mail: sonja.schmid@gbh.oegb.or.at

Gewerkschaft Bau-Holz

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB