GBV-Mieter sparen 11,3 Milliarden Schilling

Studie belegt Kostenvorteile der Gemeinnützigen zu privaten Vermietern

Wien (OTS) - Bei den gemeinnützigen Bauvereinigungen wohnt man günstiger, als im privaten Bereich. Auf den gesamten Wohnungsbestand der Gemeinnützigen umgelegt, beträgt die rechnerische Ersparnis von GBV-Mieten zu Mieten in vergleichbaren privaten Wohnungen jährlich mehr als 11 Milliarden Schilling.

Zu diesem Ergebnis kommt Univ.-Prof. Friedrich Schneider in einer eben fertiggestellten Studie. Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mag. Karl Wurm, Obmann des Dachverbandes der Gemeinnützigen, stellte der an der Universität Linz lehrende Wissenschafter am Mittwoch, 31.1.2001 seine jüngst fertiggestellte "Volkswirtschaftliche Analyse der Ist-Situation der gemeinnützigen Wohnbaupolitik in Österreich" vor.

Differenz der Mieten bis zu 40 S/m2

"Zwischen dem Mietniveau gemeinnütziger Wohnungen und jenem im privaten Bereich bestehen - in Abhängigkeit vom Baualter -Unterschiede von bis zu 40,- Schilling pro Quadratmeter" hat Schneider errechnet. Zieht man im Vergleich nur den für die Wohnversorgung wichtigen Bestand von nach 1945 errichteten Wohnungen heran, so ergibt sich - im gewichteten Mittel über alle "Wohnungsjahrgänge" - eine Differenz von 30 Schilling/m2 zwischen GBV-Sektor und den Privaten.

Billiger wohnen bei GBV: 11,3 Mrd. Schilling Ersparnis

Für den GBV-Mietwohnungsbestand beziffern sich die Jahresmieten auf 14,4 Milliarden Schilling. Legt man nun nun in einer Simulationsrechnung für diese Wohnungen das Mietenniveau im privaten Sektor zu Grunde, so resultiert daraus eine Jahressumme von 25,7 Milliarden Schilling. Fazit: "Es ergibt sich eine Differenz von 11,3 Mrd. Schilling, die die Mieter in den gemeinnützigen Wohnungen sparen", kommentiert GBV-Obmann Wurm dieses Resultat. Diese Milliarden können dann - so Prof. Schneider - "für andere Konsumausgaben oder zum Sparen verwendet werden - eine volkswirtschaftlich doch recht bedeutende Größe".

Auf die einzelnen Bundesländer bezogen schlägt sich diese Ersparnis mit 3,1 Mrd. S am stärksten in Wien nieder, es folgen Oberösterreich mit 2,8 und Niederösterreich sowie die Steiermark mit jeweils 1,4 Milliarden Schilling.

3,4 Milliarden Schilling für höhere Beihilfen

Ein Übergang der GBV-Mieten auf Marktpreisniveau zöge einen beachtlichen Anstieg der Subventionserfordernisse nach sich, weist die Arbeit von Prof. Schneider nach. Selbst bei Staffelung der Beihilfen zur Abdeckung der Mietenanhebung "läßt sich das Gesamtvolumen an Mehrausgaben für die öffentliche Hand (Länder) mit rund 3,4 Milliarden Schilling beziffern". Die höchsten Anteile davon würden auf Wien und Oberösterreich mit jährlich 936 bzw. 828 Millionen Schilling entfallen.

Negative Effekte für die Volkswirtschaft

Fallen nun die berechneten 11,3 Mrd. Schilling (i.e. Differenz zwischen GBV-Mieten und Mieten im Privatsektor) an Kaufkraft weg, da diese Mieten relativ rasch auf Marktpreisniveau steigen, so ist mit eindeutig negativen Effekten auf die österreichische Volkswirtschaft zu rechnen. Im Zeitraum 2000 bis 2004 würde sich infolge des Kaufkraftverlustes der betroffenen Haushalte ein jährlicher Rückgang des Brutto-Inlandsproduktes (BIP) um durchschnittlich 15 Milliarden Schilling ergeben, das Volkseinkommen würde sich um rd. 13 Milliarden Schilling jährlich verringern. Der Mietenanstieg hätte aber ebenso beachtliche Auswirkungen auf zwei weitere volkswirtschaftliche Größen: Beschäftigung und Inflationsrate. Beim Beschäftigungsniveau lassen sich die Einbußen mit jährlich rund 17.000 Arbeitsplätzen beziffern. Die Inflation würde um etwa 2/10 Prozentpunkte stärker steigen.

"Die gemeinnützige Wohnungswirtschaft zeigt sich für Änderungen und neuen Strategien in der Wohnbaupolitik durchaus aufgeschlossen", resümiert Prof. Schneider und plädiert dafür, bei Eingriffen und Reformen einem behutsamen Vorgehen gegenüber drastischen, "spektakulären" Maßnahmen den Vorzug zu geben, "will man nicht kurz-und mittelfristig negative makroökonomische Folgen in Kauf nehmen".

GBV-Angebot kommt an, minimale Leerstände

Für GBV-Obmann Karl Wurm beweist die Studie "ganz klar, welch wichtige, stabilisierende Funktion die GBV-Mieten auf unsere gesamte Volkswirtschaft ausüben, und welch attraktives Angebot die Gemeinnützigen mit ihren Wohnungen den Kunden zu bieten haben." Dass dieses "Angebot ankommt" zeige sich auch in der neuesten Leerstandserhebung bei den GBV, die einmal mehr mit der "Mär von den vielen freien GBV-Wohnungen aufräumt". "750 freie Wohnungen im Neubau, das ist gemessen an rd. 37.000 von den GBV in den letzten zwei Jahren fertiggestellten Wohnungen ein Anteil von knapp zwei Prozent, 1.200 Wohnungen im Bestand, das sind 0,25 Prozent aller verwalteten Mietwohnungen", beziffert Wurm das Leerstandsvolumen. "Daraus abzuleiten, die GBV hätten am Bedarf vorbei gebaut, ist wohl völlig unrealistisch. Es wäre nur zu wünschen, dass sich jede Branche so treffsicher am Markt mit ihren Produkten bewegt". Forderungen, das Bauvolumen noch weiter zurückzufahren, da kein Bedarf an Neubauwohnen bestünde, seien damit ebenfalls widerlegt, betonte der GBV-Chef:
"Jetzt weiter den Neubau verringern heißt, dass wir in drei Jahren wieder eine Wohnungsnot haben".

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