Gewerbeverein: Abfertigungen: Was will Verzetnitsch wirklich?

Wien (OTS) - Etwas konfus formulierte sich ÖGB-Chef Verzetnitsch
zu den Abfertigungen. "Die Abfertigung ist aus unserer Sicht nach wie vor ein Mittel, um wirtschaftlich schwierige Zeiten zu überbrücken....". Da kann man nur sagen: Endlich Geschichte gelernt, Herr Präsident. Die Abfertigung wurde tatsächlich unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg geschaffen, um gekündigten Mitarbeitern eine Überbrückungshilfe zu bieten.

Ein paar Absätze zuvor meint Verzetnitsch zu den ÖGB-Forderungen an eine neue Abfertigung:

- "Abfertigung ab dem ersten Tag" - da wird man aber - orientiert man sich an der jetzigen Abfertigungshöhe nicht sehr lange schwierige Zeiten überbrücken können!

- "Abfertigungsansprüche nach dem Rucksackprinzip in ein weiteres Unternehmen mitnehmen können." Das ist sehr weitsichtig:
Arbeitnehmer, die 25 Arbeitsjahre hinter sich haben - da genügt ein Lebensalter von 40 Jahren - kommen dann zu einem Arbeitgeber, der für die nächsten 16,5 oder 21,5 Jahre keine Abfertigungen mehr vorsehen muss. Altersarbeitslosigkeit könnte somit eingeschränkt werden.

- "Abfertigung auch bei Selbstkündigung". Jetzt wird Verzetnitsch wieder diffus: Jemand der selbst kündigt, braucht keine schwierigen Zeiten zu überwinden (siehe oben). Und anders herum, soll ein Arbeitgeber, der sich gar nicht von seinem Mitarbeiter trennen will, diesem noch sein gutes Geld nachwerfen?

- "Wahlfreiheit, was der Arbeitnehmer mit der Abfertigung macht", nach Verzetnitsch darf er sie sogar in eine Pensionskasse einbringen. Sehr freundlich - aber Pensionsansparen konnte jeder Mitarbeiter schon seit hunderten Jahren - da ist die Sondererlaubnis des Gewerkschaftsbosses wohl nicht vonnöten. Abschließend - so der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) - kann man in Abwandlung von Sigmund Freud nur fragen: "Was will der Gewerkschaftspräsident eigentlich?" Hoffentlich weiß er es selbst.

Mit der Abfertigung bei Selbstkündigung des Mitarbeiters jedenfalls will er die mittelständischen Unternehmen in diesem Land massenweise in die Insolvenz führen - viel von Unternehmensführung versteht der Herr Präsident wohl nicht. Vielleicht glaubt er, ein Unternehmen sei wie seinerzeit der "Konsum" zu führen.

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