AK: Ab Donnerstag werden Fahrten im VOR teurer - Pendler werden wieder zur Kasse gebeten

Wien (AK) - Die dritte Tariferhöhung in den letzten 13 Monaten steht am Donnerstag auch für Kunden des Verkehrsverbundes Ostregion ins Haus. Zahlten die VOR-Kunden bislang für eine Fahrt pro Zone 19 Schilling, werden die Preise ab Donnerstag in den Außenzonen auf 21 Schilling angehoben. Lediglich die Kernzone Wien bleibt mit 19 Schilling unverändert. Ab Donnerstag heißt es für die BenützerInnen von Bahn und Bus in der Ost-Region genau darauf zu achten, welcher Tarif für sie gilt. Wenn man nur die Zone 100 befährt, hat man keine höheren Kosten. Fährt man allerdings auch aus der Kernzone Wien hinaus, wird’s empfindlich teurer. Die Zeitkartenpreise werden zwar erst ab 1. März, dann aber um bis zu 10,7% erhöht. Ärger gibt es auch für die ÖBB-Vorteilscard-Nutzer. Je nach Art des Kartenkaufs, müssen sie sich an unterschiedliche Preise gewöhnen.****

Ärger mit der Vorteilscard

Harte Kritik übt die AK an der von der ÖBB vorgenommenen Reduzierung der Ermäßigung beim Fahrkartenkauf mit der Vorteilscard. Vorteilscard-Inhaber, die ihre Fahrkarte wie gewohnt am Schalter kaufen, erhalten seit Jänner 2001 statt wie bisher 50 nur mehr 45 Prozent Ermäßigung und müssen tiefer in die Tasche greifen. Nur bei Kauf per Automat, Handy oder Internet erhält man eine "echte" Halbpreis-Karte. Viele Kunden sind verärgert, weil sie weder über Handy noch über Internet verfügen oder es die angepriesene Wahlmöglichkeit zwischen Automat und Schalter vielerorts einfach nicht gibt und sie daher gezwungen sind, die teurere Karte am Schalter zu lösen.

Beispiel: Die Fahrt Wildon (Steiermark) - Wien (238 Tarif-Kilometer) kostete bis 31.12.2000 mit Vorteilscard 170 Schilling (ohne Vorteilscard 340 Schilling). Da es am Abfahrtsbahnhof (wie auf den meisten kleineren Bahnhöfen in Österreich) keinen Automaten gibt, muss der Vorteilscard-Benutzer seit Jänner dafür 198 Schilling (ohne Vorteilscard 360 Schilling) hinblättern.

Für die Bahnfahrer bedeutet das eine zweifache Verteuerung. Neben der Erhöhung ab 1.1.2001 für diese Distanz um 5,9 Prozent gibt es eine weitaus größere Verteuerung beim Kauf der Karte am Schalter um unglaubliche 16,5 Prozent. Aus der Sicht der AK-VerkehrsexpertInnen ist das eine Verhöhnung der Vielfahrer und anderer treuer Bahnkunden.

Fremdwort Kundenservice

Aber auch die Alternativen Internet und Handy-Ticketing bringen Verschlechterungen, die erst nach und nach offenbar werden und Zeichen mangelnder Kundenorientierung der ÖBB Manager im Personenverkehr sind. Bei Bestellungen via Internet und Handy kann man keine Rückfahrkarte buchen, das heißt jede Strecke wird als einzelner Vorgang ausgeführt und jede Fahrkarte ist daher auch nur für genau diesen Tag gültig. Es ist also nicht mehr möglich, in einem Zeitraum von drei Tagen den Rückreisetag frei zu wählen. Und eine Rückgabe einer per Internet oder Handy-Ticketing gekauften Karte -etwa wegen Erkrankung - ist ebenfalls nicht möglich.

Falsche Sündenböcke

Leidtragende dieser Verteuerungen sind nicht nur die Bahnfahrer und Pendler sondern auch die Beschäftigten an den Bahnschaltern und in den Zügen, sagt die AK. Sie bekommen einerseits den Zorn der Bahnkunden unmittelbar zu spüren, andererseits können sie durch die Systemumstellung leichter weg rationalisiert werden. Durch den finanziellen Druck auf die Kunden, die Automaten und/oder das Internet für den Fahrscheinkauf zu benützen, sinken die Umsätze an den Schaltern und der Arbeitgeber ÖBB sieht Gründe für einen Personalabbau in den Bahnhöfen.

AK-Tipps

+ Alle ÖBB-Kunden mit einer Vorteilscard, deren Gültigkeitsdauer erst im Laufe des Jahres 2001 endet, haben bis zum Ablauf der alten Karte Anspruch auf die volle Ermäßigung von 50 Prozent auch am Schalter: Achtung immer extra darauf hinweisen!

+ Wer eine Fahrkarte mit einer 2001 verlängerten oder neuen Vorteilscard kaufen will, sollte vorsorglich klären, ob es auf diesem Bahnhof einen Automaten gibt. Denn am Automaten gibt es weiterhin 50 Prozent Ermäßigung.

+ VOR-Kunde sollten für Fahrten in Wien unbedingt die billigeren Kernzonen-Fahrscheine benützen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 501 65-2578
email: akpresse@akwien.or.at
http://www.akwien.at

AK Wien Presse Thomas Angerer

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW