Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik/Kassen "Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Die Kassen als Prügelknaben

Ausgabe vom 30. Jänner 2001 Klagenfurt (OTS) - Die Kassen als Prügelknaben. Die Sonntag via ORF 2 ausgestrahlte "Betrifft"-Diskussion bot das übliche Bild: Pro und Kontra zerstoben innerhalb übler Gesprächskultur und jener Wirrnis, die letztlich zum Thema (Sozialversicherung) passte, einem Thema, dessen Komplexität selbst Experten an Kompetenzgrenzen drängt. Unwidersprochen blieb allerdings das Faktum, wonach unser Gesundheitssystem weltweit Ansehen genießt. Selbst der hurtig dahinkeppelnde Jörg Haider vermochte dem nicht entgegenzusetzen. Die medizinische Versorgung der Österreicher ist im EU-Vergleich die zweitbeste; von der Weltgesundheitsorganisation wird sie an neunter Stelle auf einer 191-Länder-Liste ausgewiesen. Vor diesem Hintergrund sind akutelle Kassenprobleme zwar kein Klacks, doch bleibt genug positiv besetzte Substanz, und wenn sich Populismus zum x-ten Mal der Feststellung widmet, 28 österreichische Kassen seien um 27 zu viel, so darf halt einmal mehr darauf verwiesen werden, dass in Deutschland 765(!), in Frankreich 520 und in der Schweiz 359 Kassen existieren. Ein Detail, das "Systemkritiker" ebenfalls ungern zur Kenntnis nehmen, betrifft den Verwaltungsaufwand. Die Kärntner Gebietskrankenkasse hat denselben auf kaum vier Prozent gedrückt, liegt damit weit unter den Verwaltungskosten privater Kassen. Gewiss: Die schwer verschuldeten Kassen müssen sparen. Permanent auf sie einzuprügeln, kann indes nicht der richtige Weg sein. Reformen laufen längst, und sie kommen von innen. Die Bundesregierung aber, die angetreten ist, Österreich zu verändern, hat in Sachen Kassenreform bislang nichts erwirkt.

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