"Kleine Zeitung" Kommentar: "Fata morgana" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 30.1.2001

Graz (OTS) - Rot-Grün ist zunächst ein Rechenexempel. Es muss sich ausgehen.

Im Wiener Gemeinderat müssten SPÖ und Grüne zusammen 51 Mandate erreichen. Das ist möglich, ganz so leicht aber auch wieder nicht, denn Rot-Grün ist ein Nullsummenspiel: Was der eine gewinnt, verliert der andere. Im Nationalrat ist die allerunterste Grenze 92 Mandate, die nach gegen wärtigem Stand für Rot-Grün unerreichbar sind.

Aber Koalitionen sind ohnehin keine bloßen Rechenaufgaben, sie sind vor allem politische Unternehmungen. Dazu braucht es persönliche Sympathien, gemeinsame Interessen und sachliche Übereinstimmungen. In Wien fehlt es an allen dreien. Einen Häupl als Partner des echten Alternativen Chorherr kann man sich nur schwer vorstellen.

Die Bundes-SPÖ wiederum fragt sich, was denn hinter der telegenen Unbestimmtheit des Professors Van der Bellen wirklich an Substanz steckt.

Dieser selbst hat auch wenig Lust, denn am Beispiel der FPÖ kann er studieren, wie es einem geht, der die Position des kritischen Außenseiters verlässt und sich mit dem er nüchternden Geschäft des Regierens anpatzt.

Mehr als eine Fata morgana ist Rot-Grün in Östereich noch nicht. ****

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