Forschung: Leitl fordert Anreize für Klein- und Mittelbetriebe

Bund und Länder müssen sich gemeinsam an Forschungsoffensive beteiligen - Verstärkte Mitwirkung der WK beim Lukrieren von EU-Forschungsgeldern

Wien (PWK065) Um die im Regierungsprogramm angepeilte Erhöhung der Forschungsquote auf 2,5 Prozent bis 2005 zu erreichen, sind noch einige wesentliche Weichenstellungen notwendig, machte der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, anlässlich des heutigen "Reformdialogs 3" der Bundesregierung aufmerksam. Die von der Regierung angekündigten 7 Milliarden Schilling bis 2003 stellten einen sehr positiven ersten Schritt zur Intensivierung von Forschung und Entwicklung dar. Um weitere Mittel in den Jahren 2004 und 2005 werde man aber nicht herumkommen. Außerdem werden sich auch die Bundesländer, von denen einige bereits eine sehr aktive Forschungspolitik betreiben, mit rund 3 Milliarden für 2001 bis 2003 an der Forschungsoffensive beteiligen müssen.

Einer Anregung von Prof. Aiginger im Rahmen des heutigen Zukunftsdialogs folgend, sollten gerade Klein- und Mittelbetrieben, Neugründungen und "Start ups", die noch nicht über gute Gewinne verfügen und daher Forschungsfreibeträge nicht in Anspruch nehmen können, Absetzbeträge von Unternehmensabgaben (z.B. Lohnnebenkosten) gewährt werden. Damit könnten diese Betriebe unabhängig von der jeweiligen Ertragslage eine staatliche steuerliche Forschungsförderung in Anspruch nehmen. Leitl erwartet sich daraus eine verstärkte Forschungstätigkeit der Klein- und Mittelbetriebe, was ja auch ein erwünschtes Ziel der Bundesregierung sei.

Leitl bot auch eine verstärkte Mitwirkung der Wirtschaftskammern beim Lukrieren von EU-Forschungsmitteln an. Österreich sollte - wie andere vergleichbare Länder auch - mehr aus Brüssel herausholen als es dort einzahlt. Dies wäre mit einer abgestimmten Strategie zwischen Regierung und Wirtschaft durchaus möglich.

Bei der Verwendung der Forschungsoffensive-Gelder sei vor allem auf eine "möglichst hohe Hebelwirkung" zu achten, damit die Offensive auch greifen könne, macht Leitl aufmerksam. Die bewiesenermaßen größte Hebelwirkung öffentlicher Forschungsausgaben komme der Förderung im Wege des Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft (FFF) zu. "Die Förderung des FFF hat in den letzten Jahren unmittelbar zu etwa vier- bis fünfmal so hohen von den Unternehmen selbst finanzierten F&E-Ausgaben geführt", berichtet Leitl. Der dauerhaften Stärkung des FFF durch Budgetzuschüsse auch für 2001 und die Folgejahre sollte von der Regierung daher höchste Priorität eingeräumt werden.

Als weitere griffige Maßnahmen schlug der Wirtschaftskammerpräsident vor, die Weiterführung der Kompetenzzentrenprogramme, der CD-Labors und der Impulsaktion für kooperative Forschungsinstitute zu sichern sowie den Forschungsfreibetrag auf Anwendungen für Wirtschaftsgüter und des Anlagevermögens auszuweiten. (NE)

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