Tausende Arbeitsplätze in Fleischwarenbranche gefährdet

ANG und GPA fordern Aktualisierung der Arbeitsstiftung Aufleb

Wien (ANG/GPA/ÖGB). Die Fleischwarenbranche geht geraden Weges in die größte Krise seit ihrem Bestehen und niemand scheint ernsthaft interessiert, ihr aus dieser Situation heraus zu helfen, stellen die Gewerkschaft Agrar - Nahrung - Ge-nuss (ANG) und die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) fest.++++

Obwohl in Österreich noch kein einziger BSE-Fall aufgetreten ist, ging der Rind-fleischkonsum um etwa ein Drittel zurück. Vorschläge der Europäischen Kommission zur Eindämmung der Rinderseuche sehen zwar finanzielle Hilfestellungen für betrof-fene Bauern vor, aber keine Unterstützung der weiterverarbeitenden Betriebe und deren ArbeitnehmerInnen. Auch die österreichische Bundesregierung hält sich in die-sem Zusammenhang bedeckt.

Als "Supergau" kam in Österreich der Medikamentenskandal in der Schweinemast dazu. Die Gewerkschaften A-N-G und GPA betonen, dass unkorrekte und mögli-cherweise gesundheitsgefährdende Hormon- und Antibiotikazugaben in der Verant-wortung der Züchter und keinesfalls bei den Verarbeitern liegen. Trotzdem sind ne-ben den Konsumenten die Beschäftigten der Branche die Hauptleidtragenden.

Arbeitsstiftung gefordert!

Die Schlachthöfe und Fleischverarbeitungsfirmen sind derzeit so schwach ausge-lastet, dass immer mehr Betriebe auf Kurzarbeit umstellen. Der Abbau von Restur-lauben oder Überstunden in Form von Zeitausgleich ist zum Großteil bereits erfolgt. A-N-G und GPA sehen akut etwa 2.500 bis 3.000 Arbeitsplätze gefährdet, was etwa einem Fünftel der Beschäftigungszahlen in dieser Branche entspricht.

Für die vom Arbeitsplatzverlust bedrohten Mitarbeiter existiert derzeit kein entspre-chendes Auffangnetz. Die Arbeitsstiftung für die Nahrungsmittelindustrie AUFLEB darf seit Ende vergangenen Jahres keine neuen Teilnehmer mehr aufnehmen.

Die Gewerkschaft Agrar - Nahrung - Genuss und die GPA fordern
daher, die AUFLEB durch einfache gesetzliche Schritte dringend zu aktualisieren. Notwendig wäre ein einfacher Beschluss des Nationalrates, die Finanzierung könnte über das AMS erfolgen, beziehungsweise wären auch Zuschüsse aus dem Europäischen So-zialfonds zu beantragen. Der maximale Finanzbedarf wird von Gewerkschaftsseite auf 100 bis 150 Millionen Schilling geschätzt. Nach den bisherigen positiven Erfah-rungen könnte die AUFLEB erneut als arbeitsmarktpolitische "Feuerwehr" eingesetzt werden. Die entsprechenden Strukturen dafür sind vorhanden.

Die Gewerkschaften rufen daher die Bundesregierung in ihrer Verantwortung auch um die ArbeitnehmerInnen in der Fleischwarenwirtschaft nachdrücklich auf, raschest eine Verlängerung der AUFLEB zu veranlassen. (aw)

ÖGB, 29. Jänner 2001
Nr. 66

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