AK Tumpel kritisiert beim "Reformdialog" vergeudete Chancen in der Technologiepolitik

Tumpel fordert endlich eine zielgerichtete Forschungspolitik

Wien (AK) - Kritik an der Forschungs- und Technologiepolitik der Regierung übte AK Präsident Herbert Tumpel bei der dritten Runde des "Reformdialogs für Österreich". Zwar habe die Koalition die Technologiepolitik zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit erklärt, sagt Tumpel, "im ersten Jahr ist die Koalition aber den verkehrten Weg gegangen." Mit ihrer Hochschulpolitik habe die Regierung ein völliges Chaos angerichtet. "Die so genannte Hochschulreform hat nur bewirkt, dass die guten Leute die Unis Richtung Ausland verlassen", sagt Tumpel. Er fordert, dass die Regierung endlich mehr für die Aus- und Weiterbildung vor allem im IT-Bereich unternimmt. "Aber auch bei der High-Tech-Forschung hat die Regierung versagt", meint Tumpel. Statt alle Forschungs-Kompetenzen zu vereinen, hat die Regierung die Zuständigkeiten gleich auf drei Ministerien aufgesplittert. "Von einem gemeinsamen Ziehen an einem Strang kann keine Rede sein", sagt Tumpel. Besonders heftig kritisiert Tumpel, dass die Regierung beim "Rat für Forschung und technologische Entwicklung" die Sozialpartner ausgeschaltet und bisher den Dialog verweigert hat. "Bei Technologiepolitik geht es - wie der Name schon sagt - um politische Entscheidungen", sagt Tumpel, "und das funktioniert nicht, wenn die Regierung die gesellschaftlich relevanten Gruppen ausschließt." ****

Offensive in der Aus- und Weiterbildung

Besonders dringend verlangt AK Präsident Tumpel Maßnahmen der Regierung in der Aus- und Weiterbildung, vor allem bei den neuen Technologien. "Wenn die Regierung schon von einer Offensive redet, soll sie hier ansetzen", fordert der AK Präsident. So mussten die Fachhochschulen im Herbst zwei Drittel der Bewerber um einen Studienplatz wegen Platzmangel abweisen. "Statt ständig nach IT-Fachkräften aus dem Ausland zu rufen, sollen Regierung und Wirtschaft mehr für die Ausbildung in Österreich tun", sagt Tumpel. Er fordert zusätzliche Mittel vom Bund, damit mehr Ausbildungsplätze für Zukunftsberufe geschaffen werden können.

Zersplitterte Kompetenzen

Statt alle Kernkompetenzen der Forschungs- und Technologiepolitik in einem Ministerium zu vereinen, hat die Regierung die Zuständigkeiten gleich auf drei Ministerien aufgeteilt. Zuständig sind jetzt das Ministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit und das Bildungsministerium. "Damit schafft die Regierung nur neue Zuständigkeiten in Wissenschaft und Forschung", sagt Tumpel, "von einem gemeinsamen Ziehen an einem Strang kann da keine Rede sein." Teilweise ist die Neuordnung fast absurd: So ist für die Europäische Technologiepolitik beim Bildungsministerium fehl am Platz.

Sozialpartner ausgeschaltet

Ein entscheidendes Wort bei der Forschungspolitik und der Vergabe der Gelder hat der neu geschaffene "Rat für Forschung und Technologieentwicklung" mitzureden. Andere Gremien wurden aufgelöst oder die Beteiligung der Arbeitnehmervertreter drastisch eingeschränkt. Der achtköpfige Forschungs-Rat wird ausschließlich mit Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft besetzt. Dieser Rat hat seit Bestehen keinen Dialog mit den Sozialpartnern gesucht. "Es kann aber nicht nur Experten überlassen bleiben, wo die Zukunftschancen eines Landes und seiner Arbeitnehmer liegen", kritisiert Tumpel, "eine langfristige und zukunftsorientierte Technologiepolitik kann nur funktionieren, wenn ein Grundkonsens aller wichtigen gesellschaftlichen Kräfte gesucht und gefunden wird."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 501 65-2152
email: akpresse@akwien.or.at
http://www.akwien.at

AK Wien Presse Christian Spitaler

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW