Süße Naschereien machen Kinder nicht dick

Wien (OTS) - Ernährung, Übergewicht, Süßigkeiten

Der Verzehr von Süßigkeiten ist zumeist nicht schuld, wenn bereits im jüngsten Alter die Diagnose Übergewicht gestellt wird. Viel eher wirken Lebensstil, soziales Umfeld und erbliche Disposition zusammen. Das zeigt eine in der Fachzeitschrift "Aktuelle Ernährungs-Medizin" veröffentlichte Studie, die von Prof. Müller vom Institut für Humanernährung und Lebensmittelkunde der Christian-Albrechts-Universität in Kiel geleitet wurde.

Die Forscher stellten fest, dass Kinder mit unterschiedlichem Körpergewicht, sich in ihren Essgewohnheiten nur geringfügig unterscheiden. Dicke naschen aber im Durchschnitt etwas weniger. So greifen 20 bis 25 Prozent aller Kids täglich zu Schokolade und Zuckerln. Betrachtet man die Gruppe der Übergewichtigen separat, so ergibt sich ein Anteil von nur 20,5 Prozent. Bei den Normalgewichtigen sind es hingegen 24,9 Prozent, die täglich Süßigkeiten konsumieren.

Sogar untergewichtige Kinder naschen mehr als dicke: In dieser Gruppe verzehren 22,7 Prozent täglich Süßwaren. Die Übergewichtigen liegen lediglich beim Verzehr von Fast-Food und Salzgebäck geringfügig voran. Insgesamt zeigt sich aber, dass der Mangel an körperlicher Aktivität - vor allem durch erhöhten Fernsehkonsum -einen wesentlich gravierenderen Faktor für zu hohes Gewicht darstellt. Oft kommt eine ungünstige psycho-soziale Situation dazu, etwa Belastungen durch Familienprobleme oder ein wenig anregendes gesellschaftliches Umfeld. Als weiterer Risikofaktor gilt mittlerweile die genetische Disposition.

Erfolge bringt nach Ansicht der Forscher demnach nicht das Streichen süßer Nahrungsmittel, sondern individuelle Beratung. Wie der deutsche Ernährungswissenschafter Prof. Dr. Volker Pudel in einer Abhandlung (siehe auch www.lfe.bayern.de) betont, werden Präferenzen und Aversionen in Bezug auf Nahrungsmittel durch Erfahrungen erlernt. Die Familie, Spielgefährten, aber auch der Einfluss der Werbung spielen hierbei eine Rolle. Nicht zuletzt werden Nahrungs- und Geschmackspräferenzen durch kulturelle Einflüsse geprägt.

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