Ich bin dafür

Stellungnahme der Hans Auer Verlagsgesellschaft m.b.H. zum möglichen Start der U-Bahn-Zeitung von Kronenzeitung-Herausgeber Hans Dichand.

Wien (OTS) - Wir begrüßen den Start einer kostenlosen Tageszeitung für Wien, schließlich sind wir von der Idee begeistert und bereiten seit mehr als eineinhalb Jahren ein ähnliches Projekt vor. Es ist auf jeden Fall falsch, von einem "Zeitungskrieg" zu sprechen, wo doch der faire Wettbewerb Geist und Fleiß beflügelt.

Da es sich bei einer kostenlosen Tageszeitung um ein echtes Nischenprodukt handelt, ist sie unserer Meinung nach in einem klein strukturierten Unternehmen besser aufgehoben als in einem Konzern mit einem Marktanteil von 80 Prozent. Am Wiener Markt ist aber ohnehin noch Platz für mehrere (Gratis-)Tageszeitungen, wenn die Anzeigen ein bißchen Zielgruppen-"gerechter" verteilt werden können. Kostenlose Tageszeitungen könnten durch ihre Zielgruppenorientierung monopolistischen Tendenzen entgegenwirken.

Erst durch die Konkurrenz wird auch bei diesem neuen Zeitungstyp auf Qualität geachtet werden. Unsere potenziellen Investoren haben angesichts der starken Pressekonzentration (noch) Bedenken.

Argumente für die Investition in das WuZ-Projekt:

Die WuZ ist eine Informationsplattform aus einer kostenlosen oder sehr billigen Tageszeitung (1,30 ATS oder 0,10 Euro) mit einem starken Internetportal (Lokalnachrichten, Klub der LeserInnen, kostenlose private Kleinanzeigen) und der Kooperation mit anderen (elektronischen) Medien.

Die Tageszeitung ist keine "4. Gewalt" von besonderer Seite, sondern eine Serviceeinrichtung für StadtbenützerInnen. Die RedakteurInnen arbeiten als DienstleisterInnen der Zivilgesellschaft und unterwerfen sich freiwillig den Objektivitätskriterien der BBC.

Die Zeitung bietet ein auf den Punkt gebrachtes Komplettangebot:
Nachrichten aus dem In- und Ausland, Stadt-Chronik, Sport, Politik, Wirtschaft, Computer, Games und starke Personality- sowie Event-News (mit Geschichterln des Vorabends - einen Tag schneller als die anderen). Jede Story enthält bei Bedarf weiterführende Links ins Web. Service - Wetter, Termine, Kino, Fernsehen, Rätsel, Comics (und vielen schönen Infografiken). Die Services können mit Web-Angeboten verknüpft werden. Die Startauflage beträgt 100.000 Stück. Die Zeitung ist durchgehend vierfarbig.

Verzicht auf einen eigenen Meinungsteil, der speziell von jüngeren LeserInnen als Bevormundung empfunden werden könnte. Flächendeckende Verteilung an den U-Bahnstationen in den Morgenstunden. Entnahmeboxen in gut frequentierten Geschäften. Günstigste Werbeform im Vergleich zu verkauften Tagesmedien. Schlanke Verwaltungs- und Redaktionsstruktur im Vergleich zu herkömmlichen Verlagen.

Auch bei diesem Produkt gilt es, einen hohen Nutzwert für die "Verbraucher" zu stiften. Eine Gradwanderung, die Zeitung so schlecht zu machen, dass sie deshalb zur Kaufzeitung greifen, stößt beim Rezipienten auf Unwillen.

Im Nachrichtenteil wird sich das Blatt durch den Bezug durch die APA von anderen Blättern außer in der Kürze kaum unterscheiden, der Freizeitkalender (Kulturtermine, Kino) und das Fernsehprogramm werden sogar umfangreicher sein. Weil keine Abendausgabe und kein Postversand nötig ist, wird der späte Redaktionsschluss um 24 Uhr sogar einen Aktualitätsvorsprung bringen. Die Lesezeit der Durchschnittsverbraucher von einer halben Stunde wird sich kaum erhöhen.

Zielgruppen: LeserInnen: Mobile KonsumentInnen von 14 bis 35 Jahren.

Anzeigen-Marketing: Die Werbewirtschaft, lokale Unternehmen und Behörden.

LeserInnen-Nutzen: Jugendliche lesen kaum Tageszeitungen und finden hier viele nützliche Infos. Mobile StädterInnen haben auf der Fahrt zur Arbeit Zeit zum Lesen: Aktuelle, gut bebilderte Meldungen, - kostenlos oder um ein Zehntel des üblichen Preises.

Nutzen für Werbende: Die Werbewirtschaft braucht preiswerte, schnelle, zeitgemäße und flexible Werbeträger.

Marktvolumen: LeserInnen: 200.000 bis 400.000 mobile BürgerInnen, darunter viele SchülerInnen und Studierende, konsumstarke berufstätige Frauen, Männer und Zuwanderer, die schnell und übersichtlich informiert werden wollen. Werbung: Gesamtmarkt Österreich: 1999: 2.000 Mio. Euro, Wachstum gegenüber 1998: 14,9 Prozent. Davon Print: 1.007 Mio. Euro, davon Tageszeitungen: 569 Mio. Euro. Da in Wien sehr viele überregionale Kampagnen gebucht werden, wird der lokale Markt für Tageszeitungen in Wien auf nur 54 Mio. Euro geschätzt.

Entwicklungsschritte: Planung seit Sommer 1999, Probevorverkauf von Anzeigen im Sommer 2000: 154.000 Euro, Organisation von Redaktion, Technik und Verkauf: einsatzbereit. Organisation des Vertriebes: verschiedene Modelle erarbeitet.

LeserInnenzahlen von kostenlosen Tageszeitungen in vergleichbaren Städten (Verlagsangaben):

Metro Stockholm: 500.000 (1 Million in Schweden insgesamt); Stockholm News: zuletzt 213.000, allerdings seit 28.12.2000 vier Monate nach der Gründung und ca. 100 verpulverten Millionen ATS eingestellt. (Damit kämen wir zwei Jahre ohne Anzeigen über die Runden.) Metropol Zürich: 215.000. 20 Minuten Köln: 150.000 (die haben beispielsweise kaum Anzeigen). Ganz einfach ist es nicht: Das erfahrene, schwedische Metro-Team hat am 23. Dezember 2000 ihre NewCastle-Ausgabe formal verkauft, de facto aber eingestellt.

Partnerschaften: Kooperation mit lokalen elektronischen Medien, Übernahme der Party-Berichterstattung eines Content-Providers, Vereinbarung mit einem Internet-Service zur Anlieferung des umfangreichen Terminteils, 40 Trafiken schenken - nach einem einzigen Direct Mailing - ihren Kunden die Zeitung. Eine Handelskette bietet die Zeitung an. Vereinbarung mit einer Taxiflotte: Jeder Gast kann die frische Zeitung mitnehmen. Die Taxi-FahrerInnen holen in den Morgenstunden ihre Auflage aus versperrbaren Boxen ab.

Chancen und Risiken: Alle lokalen Tageszeitungen haben eine deutliche Unterrepräsentanz bei den unter 30-Jährigen. Wir erreichen diese mobile Zielgruppe. Ein weiteres Potenzial sind die Nicht-TageszeitungsleserInnen, darunter viele SchülerInnen und Studierende, konsumstarke berufstätige Frauen, Männer und Zuwanderer, die schnell und übersichtlich informiert werden wollen. Im probeweisen Anzeigenverkauf wurden in kurzer Zeit 154.000 Euro an verbindlichen Bestellungen akquiriert. Juristische Auseinandersetzungen wie in Deutschland bleiben uns durch das Mediaprint-Engagement im gleichen Segment erspart.

Der Produktionsablauf ist entwickelt und getestet. Der Server und eine Basiskonfiguration von sieben Workstations wurden im Testbetrieb eingerichtet. Insgesamt sind 32 Workstations erforderlich. Die Telekommunikations-Infrastuktur ist vorhanden und konfiguriert.

Seit August 1999 wird das Konzept entwickelt. Grundlage der Entscheidung ist das mobile, jugendliche Potenzial, das bisher von herkömmlichen Tageszeitungen nicht erreicht wird. Ein flexibles, preiswertes Werbemedium fehlt auf dem Wiener Tageszeitungsmarkt. Die technische Entwicklung in der Druckvorstufe und die Integration von Presseagenturangeboten in den Produktionsablauf sowie ein großes Angebot hochwertiger redaktioneller Zulieferer machen die Herstellung so günstig wie noch nie.

Das Konzept wurde vielen wichtigen MediaplanerInnen in Werbeagenturen und Geschäftsführenden von Werbung treibenden Unternehmen in persönlichen Gesprächen vorgestellt. Das Projekt wurde positiv bewertet.

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