Gewerbeverein: Gasmarktliberalisierung nicht nur auf dem Papier!

Wien (OTS) - Als die Bundesregierung mit der Energiemarktliberalisierung rasch einen offenen Markt schaffen wollte, waren bestimmt positive - marktwirtschaftliche - Motive leitend - so der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV).

Merkwürdig ist lediglich der Netzbereich, der den bottleneck der Versorgung darstellt. Die bestehenden Netze, die in Monopolzeiten vom Konsumenten über weit überzogene Preise bereits einmal finanziert wurden, sind nun nochmals via Durchleitungsgebühren finanziell abzugelten. Dies geschieht immer dann besonders intensiv, wenn man sich eines alternativen Gasanbieters bedient.

Merkwürdig aber verständlich ist, dass gerade die "Herren der Netze" - die meist von parteipolitiknahen Managern geführten heimischen Landesgesellschaften - ihre Leitungen nicht oder nur sehr widerwillig der neuen Konkurrenz vermieten. Der Wirtschaft werden zumeist überzogene Durchleitungsgebühren als Strafmaßnahme verordnet - sollte sie die Unart besitzen, sich von den bisher in geschützten Werkstätten zusammengefassten heimischen Landesgesellschaften abzuwenden. Manchmal wird sogar der Netzzugang den alternativen Gasanbietern überhaupt verweigert.

Sogar Landeshauptleute haben sich bemüßigt gefühlt, den freien Markt durch Verzögerung von Verordnungen möglichst zu behindern.

Es mag schon verständlich erscheinen, dass es beim Veränderungswillen der heimischen Gasanbieter einer sehr langen Vorlaufzeit bedarf, sich auf geänderte Rahmenbedingungen - die sich seit etwa zehn Jahren abzeichneten - einzustellen.

Österreich ist von der Größe her zwei Drittel von Bayern. Bayern könnte sich bestimmt nicht leisten, seinen Gasmarkt zig-öffentlich-rechtlichen Betrieben zu überantworten.

Der Wirtschaftsminister ist zum Wohl der Wirtschaft aufgefordert, endlich Bedingungen zu schaffen, die nicht nur am Papier nach Liberalisierung aussehen, sondern auch tatsächlich diesen Namen verdienen - selbst wenn dadurch einige Parteifreunde ins gutgepolsterte Ausgedinge geschickt werden müssten. Der österreichischen Gaswirtschaft sei allerdings angeraten, sich durch strategische Allianzen der Kompetenz und des Know-how der Dienstleistungen ausländischer Marktführer, wie etwa der Ruhrgas zu bedienen. Es ist hoch an der Zeit, auf diesem Sektor Handels- und Vertriebsunternehmen zu schaffen im Sinne einer Stärkung der Position der österreichischen Energiewirtschaft und damit der österreichischen Unternehmen - und nur darauf kommt es an.

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