Neuer Skandal um Schweine-Massentierhaltung: LK-Präsident Schwarzböck gibt endlich zu: "In konventioneller Schweinehaltung ist es unmöglich, ohne Medikamente zu produzieren!"

VgT-Rücktrittsaufforderung nicht nur an Molterer, sondern auch an Schwarzböck!

Laaben (OTS) - Als neuerlichen und ungeheuerlichen Skandal kann
man es bezeichnen, daß nun sogar Österreichs oberster "Bauern"-Vertreter, ÖVP-Abg. Rudolf Schwarzböck, heute offziziell (im ORF-Interview) zugibt, daß es "im konventionellen Bereich ohne Medikamenteneinsatz unmöglich ist zu produzieren". Damit erklärt er mit einem Atemzug jahrelange kriminelle und extrem gesundheitsgefährdende Handlungen der Tierfabrikanten zu einem harmlosen Kavaliersdelikt. Das sollte eigentlich reichen, daß nicht nur LW-Minister Molterer, der ja seit Jahren dieses "mafiöse System deckt" (TT vom 24.1.01), sondern auch sein oberster Agrarindustrie-Vertreter, Rudolf Schwarzböck, die politische Verantwortung übernehmen und - dem Beispiel ihrer deutschen Kollegen folgend - umgehend zurücktreten! Wenn nicht jetzt - wann dann?

Jetzt so zu tun, als handle es sich bei diesem neuen Skandal noch unabsehbaren Ausmaßes nur um ein "paar schwarze Schafe" ist nicht nur unverantwortlich, sondern zutiefst scheinheilig. Die Dutzenden diesbezüglichen Anzeigen der letzten Jahre wurden allesamt eingestellt bzw. gar nicht behandelt. Erst vergangenen April hat die Grüne NR-Abgeordnete, Frau Dr. Petrovic, gemeinsam mit dem Verein gegen Tierfabriken (VgT) Herrn Schwarzböck vor den Augen eines ORF-Fernsehteams mit den erschütternden Bildern aus der Massentierquälerei in Österreichs größter Schweinefabrik des "Grafen" Maximilian Hardegg konfrontiert. Auf diesen Fotos und Videos (zu sehen in "Am Schauplatz" vom 30.5.2000) waren eine Reihe von illegalen Medikamenten (Antibiotika, Hormone, Psychopharmaka), die in diesem Betrieb mit Wissen des zuständigen Amtstierarztes eingesetzt wurden, zu sehen. Die Reaktion von Herrn Schwarzböck damals:
Kehrtwendung auf dem Absatz und "kein Kommentar". Anzeigen gegen diesen Betrieb blieben - wie auch bereits 8 Jahre zuvor - ohne Konsequenzen.

Auch der LW-Minister Molterer wurde von diesen Zuständen in der Gutsverwaltung Hardegg durch eine (weitere) parlamentarische Anfrage informiert. Das hinderte ihn allerdings nicht daran, dieses "schwarze Schaf" am 15.9.2000 im Rahmen eines "Agrardialoges", gemeinsam mit EU-Kommissar Fischler, als "zukunftsweisenden Vorbildbetrieb" zu präsentieren und anwesende Tierschützer abzukanzeln. Die auf diesem "Agrardialog" ebenfalls vertretene AMA, die erst in diesem Jahr ihr steuerfinanziertes Budget nochmals um 90 Millionen S aufstocken durfte, vergibt ihr mit hunderten Millionen S beworbenes "Gütesiegel" ja bekanntlich v.a. an derartige konventionelle Betriebe. Wenn man nun den Worten von LK-Präsident Schwarzböck glauben darf, wonach "eine konventionelle Schweinehaltung ohne Medikamente unmöglich ist", so müßten diese Medikamente ja logischerweise auch in den "streng kontrollierten" AMA-Betrieben eingesetzt werden. Der eine, in den Schweineskandal involvierte AMA-Bauer, wo ebenfalls illegale Medikamente gefunden wurden, scheint dies ja zu bestätigen. Zu bestätigen scheinen sich hiermit aber auch unsere jahrelangen Vorwürfe an die Adresse der AMA, daß diese nämlich mit unseren Steuergeldern bzw. mit Zwangsbeiträgen der Bauern systematischen Konsumentenbetrug betreibt. U.a. dafür wurde der VgT ja erst vor kurzem mit einem Streitwert von S 500.000,- auf Unterlassung und Widerruf geklagt. Wir sehen dem Urteil daher mit Spannung aber -unter diesen neuen Aspekten - auch mit großer Zuversicht entgegen.

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