"profil": Schuh: "Rostige Injektionsnadeln in Tierzucht"

Wiener Veterinär-Professor Schuh berichtet in "profil" kritisiert fehlende unabhängige Kontrollen bei Österreichs Tierzüchtern - "rumänische" Zuständen

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" berichtet der Wiener Veterinär-Professor Maximilian Schuh von "rostigen Injektionsnadeln", Uralt-Arzneien und anderen "rumänischen" Zuständen, die er in österreichischen Tierzuchtbetrieben immer wieder beobachtet habe. Schuh ist Ordinarius an der II. Medizinischen Universitätsklinik für Klauentiere der Veterinärmedizinischen Universität in Wien und Spezialist für Schweinekrankheiten.

Schuh weiß von oftmals abenteuerlichen hygienischen Zuständen. Aus falsch verstandener Sparsamkeit würden Einwegspritzen immer wieder verwendet, Sterilitätsgebote würden grob missachtet. Trotz klarer gesetzlicher Bestimmungen über die Aufbewahrung von Tierarzneien in separierten Kühlschränken, stünden oft "verstaubte Arzniemittelflaschen am Fensterbrett, in denen eine gelblich verfärbte Flüssigkeit schwimmt". Uninformierte Bauern und Tierzüchter spielten aus Ersparnisgründen oft selbst den Tierarzt, ohne das Krankheitsbild der Tiere zu erkennen. Die Folge seien Hautausschläge und Abzessbildung bei den Tieren.

Fütterungsarzneimittel seien verbotenerweise oft in Reinsubstanz in Umlauf, würden einfach abgegeben, irgendwie ins Futter gemischt oder mit der Hand über das Futter gestreut. Außerdem käme es durch unsachgemäße Ernte, Trocknung und Lagerung des Futters oft zu Verpilzungen und Giftbildung im Getreide.

Viele dieser Zustände seien möglich, weil es kein unabhängigen Kontrollen gebe. All diese Tatsachen seien seit Jahren bekannt, wurden laut Schuh auch des öfteren bei öffentlichen Veranstaltung auch vor politischen Funktionären erörtert, ohne dass sich etwas geändert habe. Es habe immer wieder Anzeigen geben, doch die meisten Verfahren wurden eingestellt.

Wie "profil" anhand von Unterlagen nachweist, seien die jetzt diskutierten Misstände seit zwei Jahrzehnten den Politikern bekannt. Oftmals wären sie Gegenstand schriftlicher Hinweise an die jeweils politisch Verantwortlichen oder auch von parlamentarischen Anfragen gerwesen. Geändert habe sich jedoch nichts.

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