"profil": Kardinal Schönborn attackiert Erzbischof Eder

Wiens Erzbischof Schönborn kritisiert den Salzburger Erzbischof wegen dessen Einstellung zur Ökumene; leise Schönborn-Kritik auch am Papst

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn in einer Sitzung des Wiener Priesterrats am 30. November den Salzburger Erzbischof Georg Eder wegen dessen Einstellung zur Ökumene heftig kritisiert. Eder hatte sich geweigert, für die Opfer der Seilbahn-Katastrophe von Kaprun einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern und zudem einen Salzburger Dechant wegen ökumenischer Verfehlungen vorübergehend vom Dienst suspendiert.
Schönborn kritisierte laut "profil" vorliegendem Protokoll der Priesterrats-Sitzung Eders mangelndes Feingefühl anlässlich des Gedenkgottesdienstes. Schönborn: "Erzbischof Eder hat wohl zuwenig Sensibilität anlässlich dieses Staatsaktes walten lassen." Schönborn spielt auch auf Eders Nervenleiden an, das dieser in Linz behandeln lässt, an: "Wir kennen Erzbischof Eder und wissen auch um seine (auch psychischen) Belastungen, aber es ist zu billig, sich angesichts der persönlichen Aspekte um die Sachfragen herumzuschwindeln." Schließlich kritisierte Kardinal Schönborn laut "profil" in der Priesterrats-Sitzung auch Eders Hirtenbrief, in dem dieser die Suspendierung des Salzburger Dechants verteidigt hatte. Schönborn:
"Der Hirtenbrief ist stark emotionsgeladen und nicht in allem geglückt, er enthält auch Fehler."
Leise Kritik lässt Schönborn, der diese Woche ein hochrangiges ökumenisches Treffen in Wien einberufen hatte, auch an der Linie des Papstes in Sachen Ökumene anklingen. Schönborn im Priesterrat über Johannes Paul II.: "Einerseits setzt er ganz starke ökumenische Gesten - auf der anderen Seite ist theologisch vieles noch nicht so weit."

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