"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Reduziert auf einen Namen...

Ausgabe vom 27.1.2001

Nennen wir das Kind beim Namen - und strapazieren wir nüchternsachlich den Begriff: Proporzdiskussion. Auf nichts anderes reduziert sich jene Debatte, die um das Problem "Sozialversicherung" schwellt. Richtig: Um das Problem. Ein Problem, das man tunlichst ignoriert, indem man es auf einen Namen, auf einen Posten, auf einen Rauswurf minimalisiert: Hans Sallmutter.

Hans Sallmutter, Präsident des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, ist - profan gesagt - "nebensächlich". Nebensächlich in einer Diskussion, die zwingend wäre, angesichts eines Krankenkassensystems, das mit einem Defizit von 4,7 Milliarden Schilling kämpft. Tendenz der Kostenexplosion steigend. Dramatisch steigend, gleichgültig, ob ein Herr Sallmutter, ein Herr Gaugg an der Spitze des Hauptverbandes steht. Gleichgültg, ob Rot, Schwarz oder Blau den Präsidenten stellt.

Wenn die neue Regierung das Problem - und bankrotte Krankenkassen sind ein Problem - auf einen Namen reduziert, ist ihre Politik von Vogel-Strauß-Natur: Sie steckt das Köpfchen in den Sand, will sich mit einer nichtsnützigen Personaldebatte vor dem sachlichargumentativen Zwang drücken. Allerdings: die Zeit ist nicht manipulierbar. Und mit ihr auch nicht die Entwicklung im Gesundheitswesen: Die Kostenexplosion ist logische Konsequenz neuer Technologien und neuer Medizin, die helfen, Menschenleben zu verlängern. Diese Kostenexplosion "abzufangen", ist Aufgabe der Politik. Nicht, parteipolitische Personaldebatten vorzuschieben...

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