AK Tumpel (2): Ausbau der Fachhochschulen nötig

Bund muss Beiträge erhöhen - Fachhochschulen sollen auf Studiengebühren verzichten

Wien (AK) - Den Verzicht auf Studiengebühren an den
Fachhochschulen und zusätzliche Fachhochschul-Studienplätze zur Ausbildung im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik:
Das fordert heute, Freitag, AK Präsident Herbert Tumpel anlässlich der ersten Vollversammlung des Fachhochschul-Rates unter dem neuen Präsidenten Claus Raidl. An den Fachhochschulen herrscht Platzmangel:
Im Herbst 2000 mussten zwei Drittel der BewerberInnen um einen Studienplatz abgewiesen werden - konkret 7.000 von 11.500 BewerberInnen. Tumpel fordert zusätzliche Mittel vom Bund, damit mehr Studienplätze für Zukunftsberufe geschaffen werden können. Mehr Mittel seien auch nötig, damit die für Herbst 2001 geplante Umwandlung der Sozialakademien in Fachhochschulen tatsächlich möglich wird - so könnte endlich der Frauenanteil unter den Studierenden erhöht werden. ****

Seit 1994 hat der Bund seinen Beitrag zu den Fachhochschulen nicht erhöht - obwohl die Kosten steigen, nicht zuletzt durch die erst unlängst von der Regierung eingeführte Lohnsteuerpflicht für nebenberufliche LektorInnen. Den Großteil der Kosten tragen Länder und Gemeinden, die Privatwirtschaft trägt nur wenig bei. Durch den Kostendruck könnten die Fachhochschulen gezwungen sein, die Bestimmung zu nutzen, dass sie Studiengebühren einführen können. Studiengebühren lehnt Tumpel ab: Das würde gerade jene vom Fachhochschul-Studium abhalten, die aus Familien von Klein- und Mittelverdienern oder über den zweiten Bildungsweg kommen. Stattdessen müsse der Bund seine Beiträge zu den Fachhochschulen erhöhen.

Dem Fachhochschulrat liegen derzeit Anträge für über 2.000 zusätzliche Studienplätze für AnfängerInnen vor - laut Vorschrift des Bildungsministeriums darf er aber pro Jahr nur 600 Plätze bewilligen. Angesichts der Vielzahl an BewerberInnen und des großen Bedarfs an Fachhochschul-Absolventen sei das nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, kritisiert Tumpel. Dringend notwendig sei die Aufstockung der Plätze in bereits bestehenden Studiengängen für Informations- und Kommunkationstechnik - das könne schneller verwirklicht werden als die Zulassung neuer Studiengänge, die für normal etwa zwei Jahre dauert. Und Studierende, die eine berufsbildende Schule oder ein Kolleg absolviert haben, sollten an den Fachhochschulen gleich im zweiten Jahr einsteigen können.

Schließlich müsse der Bund die nötige Zusatzfinanzierung garantieren, damit die Sozialakademien mit Beginn des Studienjahres 2001 wirklich zu Fachhochschulen aufgewertet werden können. Mit dieser längst geplante Aufwertung könne endlich auch der Frauenanteil unter den Fachhochschul-Studierenden erhöht werden. Derzeit sind mehr als zwei Drittel der Fachhochschul-Studierenden Männer. Der Frauenanteil beträgt 29 Prozent.

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