Österreich braucht Trendwende im Bildungswesen

Wien (OTS) - Eine Trendwende im österreichischen Bildungswesen fordert WdF-Vorstandsmitglied Dr. Helmut Schönthaler. "Die derzeitige Diskussion über fehlende IT-Arbeitskräfte in Österreich zeigt wieder einmal, wie sich selbst profilierte Politiker und Wirtschaftsexperten von den Kernproblemen ablenken lassen. Der Mangel an IT-Experten ist nur die Spitze des Eisberges", so Schönthaler. Es bedürfe weit mehr als punktueller Maßnahmen, denn das gesamte Ausbildungswesen liege im Argen.

"Jeder, der heute mit beiden Beinen in der Wirtschaft steht, erkennt, dass sowohl Inhalte als auch Methoden unseres Ausbildungssystems in keiner Weise geeignet sind, jungen Menschen das Rüstzeug für ein Leben zu geben, in dem es auf völlig andere Kriterien und Persönlichkeitsmerkmale ankommt als den in der Schule verlangten", warnt Schönthaler. Angesichts der Digitalisierung der Gesellschaft müßten Inhalte anders gelehrt und gelernt werden, wobei eine Grundvoraussetzung "digitale Mündigkeit" sei, die mehr als das Beherrschen des "handwerklichen" Umgangs mit den neuen Medien bedeute. Soziale Kompetenz, Teamfähigkeit und Konfliktmanagement sollten in der Schule ebenso erlernt werden können wie allgemeine Kommunikationsfähigkeiten. Neben den Lehrplänen müsse auch die Ausbildung der Lehrer dem "Neuen Lernen" angepasst werden. Denn die Aufgaben von Lehrern werden nach Ansicht Schönthalers immer mehr von der reinen Wissensvermittlung weg in Richtung Coaching und Wertevermittlung gehen.

Die notwendigen Änderungen im Schlüsselbereich Ausbildung seien nicht eine Frage des Geldes, sondern eine Frage der Neuorientierung mit entsprechenden Prioritäten und unter Einbeziehung aller betroffenen Stellen. "Wenn wir heute nicht damit beginnen, werden wir den Anschluss an internationale Entwicklungen verlieren", appelliert Schönthaler nicht nur an die verantwortlichen Politiker, sondern auch an die Opinionleaders dieses Landes.

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