" ' ... denn schon von Kindesbeinen befaßt' ich mich mit Schweinen"

FWV: Konnte oder wollte Molterer nicht lesen, was nun zum Skandal wird?

Wien (OTS) - Der Sektionsobmann Tourismus und Gastronomie des
Freien Wirtschaftsverbandes Österreich, Hans Paulas, drückt seine tiefe Beunruhigung angesichts der Lebensmittelskandale in Österreich aus. "Molterer hat von Anfang an verharmlost und abgewiegelt. Seine ersten Stellungnahmen waren abenteuerlich.", erinnert Paulas an Aussendungen des Ministers vom November:

"In Österreich wird es kein generelles Verbot für die Verfütterung von Tiermehl geben. Für die Fleischwirtschaft ist das Verfüttern von Tiermehl ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Wenn die Eiweißkomponente Tiermehl reduziert werden soll, was dann? Die Tiere brauchen Eiweiß zum Leben." - beängstigende Zitate des Landwirtschaftsministers unmittelbar nach den ersten BSE-Fällen in Deutschland.

Wenn nun feststehe, dass Antibiotika nachweislich in großem Umfang an Schweine verfüttert worden seien, sei das Maß voll. Paulas hob hervor, dass im Mai 2000 ein Entschließungsantrag der SPÖ im Parlament eingebracht worden war, der die illegale Behandlung der Schweine mit Antibiotika, beinhaltet habe. Dieser Antrag sei mit blau-schwarzer Mehrheit abgelehnt worden. In jedem Fall sei das Ministerium seit langem informiert gewesen. Abgesehen von den gesundheitlichen Komponenten für die Konsumenten und die Tiere leide in zunehmendem Ausmaß auch die Gastronomie unter der Hinhaltetaktik Molterers.

"Im Zuge des Weinskandals hat es auch lange geheißen, es hätte sich bloß um ein paar schwarze Schafe gehandelt. Die Schafe sind noch nicht betroffen, die Schwarzen schon, und die Sauerei hat sich offenbar im Ministerium eingenistet. Nun haben wir die Rinderseuche und jetzt diese Schweinerei.", stellte Paulas fest. "Dass ein dem Bauernbund so nahestehender Minister Probleme mit der Bewältigung einer solchen Krisensituation hat, ist ersichtlich. Entschuldigung kann das keine sein, im Gegenteil. In anderen Ländern haben Minister unter geringeren Vorwürfen ihren Hut genommen. Österreich setzt seinen Ruf als Land mit hohem Qualitätsstandard erfolgreich auf immer mehr Gebieten in den Sand." Paulas hielt abschließend fest: "Zuerst geht es hier um die Gesundheit von Menschen und Tieren. Aber wir können auch nicht darüber hinweg sehen, dass in der Gastronomie eine Situation entstehen könnte, wie bei den Schuherzeugern in Spanien:
die Preise steigen und Tausende werden arbeitslos. Das sind Konsequenzen einer tragischen Entwicklung. Wer aber auch in dieser Lage Lobbyist bleibt und nicht zu schnellen Lösungen findet, ist als Ressortleiter überfordert."

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