"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Krieg in Kärntens Polit-Landschaft

Ausgabe vom 26.1.2001

Das zwischen Kärntner Freiheitlichen und Sozialdemokraten bestehende üble Verhältnis spiegelt sich in der aktuellen - siehe Seiten 8, 9 -gesundhetispolitischen Auseinandersetzung. Machtorientierte FP-Drohungen, Gesundheitsreferent Peter Ambrozy kurzweg abzusetzen, sind durchaus ernst zu nehmen; das vorhandene politische Klima ist vergiftet wie schon lange nicht mehr, und zu befürchten bleibt, dass die blaue Brutal-Offensive einen Nachteil der besonderen, der menschlichen Art birgt: Totale Verunsicherung jener Personen, auf die es ankommt, nämlich der Patienten.

Letztere sind ja ohnedies kaum in der Lage, den Grund des katastrophalen Zerwürfnisses zu überblicken. Es geht jedenfalls um die Umsetzung einer Vereinbarung zum Österreichischen Krankenanstaltenplan; die FPÖ treibt damit zusammenhängend eine ihr angenehme Person in den Vordergrund, die SPÖ beruft sich auf die Kompetenz des vorhandenen Experten - und weithin bekannten und geschätzten Primarius Dr. Manfred Freimüller.

Die eine Seite (Sozialdemokraten) ortet inzwischen "politische Säuberungen und einen Stil, der an "lateinamerikanische Militärdiktaturen" bzw. "Anden-Diktator Pinochet" erinnern, die andere (Freiheitliche) kontert mit Hinweis auf "politischen Hass". Unter dem Strich bleibt die Vermutung, dass den Freiheitlichen, und damit Jörg Haider, das Trauma der seinerzeitigen Landeshauptmannabsetzung nachhängt und die FP eine alte, ewigen Schmerz bereitende Rechnung begleichen möchte. Koste es, was und wen es wolle.

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