Glawischnig zu Schweine-Affäre: Molterer 'völlig unglaubwürdig'

Landwirtschaftsminister hat jahrelang Reformen blockiert - Grüne kritisieren ungenügendes Kontrollsystem

Wien (OTS) In Reaktion auf seinen gestrigen Auftritt in der ORF-Sendung 'help-TV' kritisieren die Grünen Landwirtschaftsminister Molterer heute als "völlig unglaubwürdig". "Der Versuch Molterers, die Schweine-Affäre jetzt als reinen 'Medikamentenskandal' darzustellen, ist ein durchschaubares Ablenkungsmanöver und nicht mehr als ein verzweifelter Versuch, sich aus der Verantwortung zu stehlen", so Eva Glawischnig, Umweltsprecherin der Grünen. "Wenn Molterer ein Agrarsystem fördert, in dem heute beispielsweise 99% der Schweine in der medikamentenabhängigen Intensivmast gehalten werden, dann muß er auch die Verantwortung für den jetzigen Skandal mittragen. Molterer kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß er für eine Landwirtschaft verantwortlich zeichnet, die den Trend in Richtung Massentierhaltung und Industrialisierung fördert und Gesundheitsgefährdungen wissentlich duldet. Er hat dringend nötige Reformen jahrelang blockiert". so Glawischnig.

Die jetzt in einem EU-Prüfbericht festgestellten zahlreichen Mängel bei der Haltung von Kälbern und Schweinen sowie bei der Kontrolle von Tiertransporten hat auch Molterer mitzuverantworten. "Der Landwirtschaftsminister verweigert einem bundeseinheitlichen Tierschutzgesetzes seit Jahren die Zustimmung. Er hat wiederholt im EU-Agrarministerrat dafür gestimmt, daß die Subventionen für die qualvollen Lebendtierexporte weiterhin gezahlt werden", kritisiert Glawischnig. Auch die Ankündigung Molterers, jetzt über ein Verbot von Antibiotika in der Tiermast nachzudenken, sei unglaubwürdig. Die Grünen haben in den vergangenen Jahren mehrfach ein Verbot gefordert. Molterer hat immer konsequent abgelehnt. "Offensichtlich muß immer erst ein Riesenskandal passieren, bevor der Landwritschaftsminister reagiert. Erst wenn er Angst um sein durch inhaltsleere PR-Aktionen aufgebautes 'Bio-Image' bekommt, fängt er an, über notwendige Maßnahmen nachzudenken."

Angesichts der heute bekanntgewordenen ersten Testergebnisse, wonach ein Drittel der Proben positiv sind, weisen die Grünen auf die Schwäche des österreichischen Kontrollsystems hin. "Die Proben werden nur nach wenigen verbotenen Substanzen untersucht. Viele gefährliche und verbotene Substanzen können bei den Tests gar nicht gefunden werden, da nicht danach gesucht wird. Vor allem bei illegalen 'Nachbauprodukten' hätten die Tester kaum eine Chance auf einen Nachweis. "Die Dunkelziffer an positiven Proben liegt daher wahrscheinlich um einiges höher", warnt Glawischnig. "Eine Ausweitung des Kontrollsystems ist daher dringend nötig."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 40110-6697
http://www.gruene.at
eMail: pressebuero@gruene.at

Pressebüro der Grünen im Parlament

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB/FMB