Flandern möchte wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Österreich intensivieren

Flämischer Außenhandelsminister Johan Sauwens vor dem Club IW -"Gegenseitige Ergänzung ist ein Schlüsselwort unserer Beziehungen"

Wien (PWK047) - Mit eindrucksvollen Zahlen über die regen Handelsbeziehungen zwischen Österreich und Flandern, dem niederländisch-sprachigen Teil Belgiens, wartete der flämische Minister für Auslandsangelegenheiten, Öffentliche Dienste, Sport und Außenhandel, Johan Sauwens, Mittwoch Abend bei einem Vortrag vor dem Club Internationale Wirtschaft (Club IW) auf.

Zwischen 1995, dem Jahr des EU-Beitritts, und 1999 stieg der flämische Export nach Österreich um fast 70 Prozent auf knapp 20 Milliarden Schilling. Im ersten Halbjahr 2000 setzte sich der Trend mit einem Plus von 7,6 Prozent fort. Damit steht das sechs Millionen Einwohner zählende Flandern unter den Lieferländern Österreichs an 11. Stelle. Österreich importiert hauptsächlich Maschinen und Elektrogüter, Produkte der chemischen Industrie und Transportgüter. Flandern wiederum führt aus Österreich, das an 23. Stelle unter den Lieferanten steht, u.a. Transportgüter, unedle Metalle und Holzschliff ein.

Flandern ist heute in einer guten wirtschaftlichen Position. Es exportiert rund 90 Prozent seines Bruttosozialprodukts und zählt damit zu den größten Exporteuren der Welt, berichtete Minister Sauwens, dessen Goodwill-Besuch in Österreich nach den Worten von Club IW-Präsident Walter Wolfsberger schon länger geplant, wegen der Sanktionen im Vorjahr aber nicht möglich war .

Für Flandern, so Minister Sauwens, ist in Hinblick auf die "ins Haus stehende" EU-Erweiterung vor allem auch die Rolle Österreichs als traditionelle Drehscheibe des Handels mit Mittel- und Osteuropa attraktiv. "Dies ist für uns eine interessante Tatsache, weil sich auch die flämischen Wirtschaftsbeziehungen mit den EU-Beitrittskanditaten rasch entwickeln. So beispielsweise mit Tschechien oder mit Polen, wo wir als Investoren mit einer Investitionssumme von 290 Millionen Dollar (1999) an 17. Stelle stehen".

Österreich pflegen und gleichzeitig mittel- und osteuropäische Märkte zu erschließen, sei durchaus möglich, erklärte der Minister. Erleichtert werde dies durch die Hilfe von "Export Vlaanderen", der von der flämischen Regierung ins Leben gerufenen Exporthilfeorganisation, die auch in Wien mit einem "Flämischen Haus" (Mariahilfer Straße 121) vertreten ist.

Durch eine Kooperation flämischer und österreichischer Unternehmen ergeben sich auf diesen Märkten interessante, konkrete Möglichkeiten für beide Seiten. Durch Austausch von Informationen, Nutzung von Synergien und Einrichtung von Zusammenschlüssen können weitere Zuwächse erreicht werden, ohne die gewachsenen Wettbewerbspositionen zu gefährden, meinte Minister Sauwens in der vom stellvertretenden WKÖ-Generalsekretär Egon Winkler moderierten Veranstaltung:
"Gegenseitige Ergänzung ist ein Schlüsselwort unserer Beziehungen".

Als nachahmenswerte Beispiele nannte Sauwens die Zusammenarbeit von Wienerberger und Koramic oder die Firma "Eurofoam", bei der sich die intensive Kooperation zwischen einem flämischen und einem österreichischen Betrieb zu einer "wahren Erfolgsstory" entwickelt habe. "Eine solche Zusammenarbeit kann und sollte den Beginn eines paneuropäischen Netzwerkes von Unternehmen bilden, das anderen, beispielsweise der Konkurrenz aus Übersee, die Stirn bieten kann".

Auf Belgien kommt im zweiten Halbjahr 2001 der Vorsitz der EU zu. Flandern wird dabei, als Teilstaat mit eigenem Parlament und einer eigenen Regierung mit weit reichenden Befugnissen - so fällt beispielsweise der Außenhandel seit kurzem ausschließlich in die regionale Kompetenz - eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. "Wir werden uns eng mit unseren europäischen Partnern beraten, unter denen Österreich für uns sehr wichtig ist", kündigte der Minister an.

Zum Abschluss des Vortragsabends wurden die Teilnehmer zu einem Empfang in das vis-à-vis der Wirtschaftskammer gelegene belgische Botschaftsgebäude geladen. (hp)

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