"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Entschädigung für Taschen-Griff

Ausgabe vom 25.1.2001

Österreich hat aus Brüssel Lob für seine Budgetplanung bekommen. Auch die EU-Kommission hält nun das Nulldefizit für 2002 für möglich. Sobald das Ziel eines ausgeglichenen Haushaltes erreicht ist, empfiehlt die Kommission Österreich aber eine Steuersenkung.

Eine Empfehlung, der gegenüber wohl auch Finanzminister Karl-Heinz Grasser seine Ohren nicht ganz verschließen kann. In der Nationalrats-Sondersitzung am 18. Jänner hatte er diesbezüglichen Forderungen der SPÖ noch forsch eine Abfuhr erteilt. Die Steuer für die Arbeitnehmer zu senken, würde die Staatsschulden erhöhen. Überdies habe die Konsolidierung eben erst begonnen und die Regierung andere Prioritäten. Und damit aus, Schluss, basta.

Das Lob aus Brüssel muss Grasser mit den Österreichern teilen. Die haben dazu, dass die Regierung ihr Nulldefizit-Ziel in so kurzer Zeit erreichen wird können, kräftig - was blieb ihnen auch übrig -beigetragen. Noch kein Finanzminister hat seinen Schäfchen so tief in die Tasche gegriffen. Erhöhung der Kfz-Steuer, Verdoppelung der Vignettenpreise, Kürzung der Absetzbeträge, um nur einige Stichworte zu nennen. Diese Belastungen betrafen vor allem jene Einkommensgruppe, deren sich die FPÖ angeblich besonders verbunden fühlt, die fleißigen "kleinen" Arbeiter. Die Unternehmer bittet man lange nicht so vehement zur Kasse. Es ist wohl nur recht und billig, die Arbeitnehmer, dafür dass sie jetzt zugunsten eines ausgeglichenen Budgets "hineinbeißen", zu entschädigen, wenn dieses Ziel erreicht ist.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
E-Mail: ktzredaktion@apanet.at

Kärntner Tageszeitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI/KTI