"Kleine Zeitung" Kommentar: "Volksfeinde" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 25.01.2001

Graz (OTS) - Was immer der Wiener Wahlkampf in den nächsten
Wochen noch bringen mag - dass er ein irrationales Spiel mit der Angst wird, ist schon klar.

Die SP attackiert eine "unmenschliche" Preistreiberpartei, die
mit dem Vorwand Budgetsanierung den Alten die Pensionen stiehlt, und meint die FPÖ. Für die Blauen droht die Machtergreifung linker Chaoten und "Gewalttäter", die Fixerschulen einrichten und die Schleusen für eine überbordende Zuwanderung öffnen. Sie meinen damit die langweilige SPÖ.

Die Popanze, die man drischt, sind überwiegend von der Bundesebene importiert. Das ist kein Zufall, sondern hat Methode. Die Gemeindewahl wird allseits zur "Richtungsentscheidung"
stilisiert.

In solchen Situationen liegt die Zuspitzung, die Überzeichnung im Holzschnitt nahe. Nur sollte das Rathaus in der Stadtmitte
bleiben. Dass man sich gegenseitig als "Volksfeind" abbildet, hat mit der Wirklichkeit der Republik erkennbar nichts mehr zu tun.

Merke: Politik ist - auch - Theater. Das Rollenspiel mit Schurken und Helden ist ein wichtiger, ein untrennbarer Bestandteil. Aber grauslige Inszenierungen vertreiben da wie dort nur das Publikum. ****

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