Lackner: Waneck schickt Jungärzte Taxi fahren

Wanecks Vorschläge zur ärztlichen Versorgung sind eine Bedrohung für angehende Mediziner

Wien (SK) Scharfe Kritik an den Aussagen von Staatssekretär Waneck über die ärztliche Versorgung übte heute SPÖ-Gesundheitssprecher Manfred Lackner. "Die geplante Kürzung der Turnusarztstellen verlängert die Wartezeit für Jungmediziner und verschlechtert damit die Ausbildungsqualität der Ärzte. Dass die Bundesregierung mit der Demontage der Arbeitsmedizin auch noch eines der zukunftsträchtigsten Arbeitsfelder für Jungmediziner beseitigt zeigt, dass den Lobbyinteressen der etablierten Ärzteschaft offensichtlich einen höherer Stellenwert eingeräumt wird als den Jobchancen der Jungmediziner." ****

Mit der heute von Staatssekretär Waneck angekündigten Kürzung von Turnusstellen für die postpromotionelle Ärzteausbildung wird die in den letzten Jahren erfreulicher Weise zurückgegangene Wartezeit für Jungmediziner wieder dramatisch verlängert. "Waneck schickt damit wieder hunderte Jungmediziner Taxi fahren. Das ist ein weiterer Schlag ins Gesicht für Studenten und junge Absolventen", sagte der SPÖ-Gesundheitssprecher in Reaktion auf die heutigen Aussagen des Staatssekretärs. Alle Fachleute bestätigen, dass die Qualität der Ärzteausbildung in hohem Maße auch von geschlossenen Ausbildungszyklen abhängig ist. "Wenn junge Mediziner nach ihrem Studienabschluss drei Jahre Taxi fahren oder Briefe austragen und erst danach ihre Turnusarztausbildung beginnen ist das sicher kein Schritt in Richtung Qualitätsverbesserung der Ärzteausbildung", betonte Lackner gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

"Während Waneck feststellt, dass es in Österreich bereits zu viele Ärzte gibt, unternimmt er nichts um den fertig ausgebildeten Jungmedizinern neue, bedarfsnotwendige und zukunftsträchtige Betätigungsfelder zu erschließen. Ein wirklich krasses Beispiel ist dabei die Arbeitsmedizin: Laut EU-Vorgaben sollte in Österreich in den nächsten Jahren die arbeitsmedizinische Betreuung der Beschäftigten in den über 200.000 österreichischen Kleinbetrieben (bis 50 Arbeitnehmer) umgesetzt und von der AUVA finanziert werden. Für die Bewältigung dieser - auch für die Wirtschaft - wichtigen Aufgabe würden hunderte zusätzliche gut ausgebildete Ärzte benötigt. Mit der von der blau-schwarzen Regierung geplanten Kürzung des AUVA-Budgets und der geplanten Senkung der UV-Beiträge für die Arbeitgeber erhält dieses zukunftsträchtige Arbeitsfeld für Jungmediziner ein Begräbnis erster Klasse. Dass die Regierung außerdem auch noch die Einsatzzeiten für Arbeitsmediziner kürzen möchte, zeugt nicht nur von Desinteresse an der Gesundheit der Arbeitnehmer sondern auch wie vollkommen gleichgültig die Erschließung neuer Arbeitsfelder für Jungmediziner dieser Regierung ist", so Lackner.

Angesichts der ungebremsten Fortführung der peinlichen "Fettnäpfchen-Tournee" des Staatssekretärs stelle sich die Frage, wann der zuständige Bundesminister eingreift und den politischen Laiendarsteller Waneck ein für die Bevölkerung weniger belastendes Tätigkeitsfeld zuweist. (Schluss) se

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