Waneck: Ärztebedarfsstudie bestätigt Prognosen

Derzeit zu wenige Ärzte - In Zukunft Überangebot

Wien, 2001-01-24 (BMSG) - Die von FP-Gesundheitsstaatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck aufgestellte Prognose, wonach Österreich rund 1.000 Ärzte zu wenig hätte, hat sich voll bestätigt. Dies ist eines der Ergebnisse, die heute in einer Studie des Österreichischen Bundesinstitutes für Gesundheitswesen (ÖBIG) im Auftrag des BMSG vorgestellt wurden. "Bis 2020 haben wir einen Bedarf von rund 1.000 Ärzte im niedergelassenen Bereich." *****

"Trotz des derzeitigen Ärztebedarfes produzieren die österreichischen Universitäten jedoch langfristig gesehen ein enormes Überangebot an Ärzten", so Waneck. Verantwortlich dafür machte Waneck die verfehlte Bildungspolitik der vergangenen Jahre. "Die Universitäten haben völlig am Bedarf vorbei ausgebildet. Ohne Gegensteuerung werden wir bald tausende arbeitslose Jungmediziner und Fachärzte haben."

Auffallend, so Waneck weiter, sei die Tatsache, daß die Ärztedichte in der Stadt sehr hoch sei, während im ländlichen Raum noch immer Nachholbedarf bestehe. Ärzte von der Stadt aufs Land zu "locken" sei jedoch der falsche Weg. "Unser Ziel ist es auch am Land die gleiche Versorgungsdichte und das gleiche Versorgungsniveau wie in der Stadt zu erreichen", betonte Waneck.

In Österreich haben Ärzte das Recht auf freie Niederlassung, welches durch die restriktive Vergabe von Krankenkassenverträgen reguliert wird. "Durch die Adaptierungen des Gesundheitssystems in Richtung patientenorientierter Versorgung, etwa durch die Einführung der Gruppenpraxen und durch das Wahlarztsystem, könnte im extramuralen Bereich ein Ausgleich geschaffen werden, wenn die Bevölkerung das Angebot annimmt", so Waneck.

Den Medizinstudenten empfielt der Arzt Waneck aktiv an ihrer Berufsplanung zu arbeiten. "Ein abgeschlossenes Studium bedeutet auch in der Medizin nicht, daß automatisch ein Arbeitsplatz zur Verfügung steht", schloß Waneck. (Schluß) mg nnn

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