BSE: Fleischwirtschaft verzichtet auf Separatorenfleisch

Neuregelungen in Lebensmittel-Codex sollen Verunsicherungen der Konsumenten beheben - Umsatzeinbußen bis 30 Prozent

Wien (PWK043) - Um die Verunsicherung der österreichischen Konsumenten im Fleischbereich zu beheben, hat die Codex-Unterkommission B14 "Fleisch und Fleischwaren" einstimmig mehrere Neuregelungen beschlossen. Laut Friedrich Bauer, dem Vorsitzenden der Codex-Unterkommission, soll demnach künftig auf die Verwendung von Separatorenfleisch aller Tierarten bei der Herstellung von Würsten verzichtet werden. Nochmals wurde der Ausschluss von Hirn, Rückenmark und Milz aller Tierarten besonders betont. Weiters legte die Unterkommission auf ihrer Sitzung fest, dass kein Zwang besteht, Rindfleisch bei der Herstellung von Würsten zu verwenden.

Mit einer Verzichterklärung auf den Einsatz von Separatorenfleisch wollen die größten Wursthersteller Österreichs zusätzlich die Qualität ihrer Produkte öffentlich garantieren. Durch diese binden sie sich freiwillig an die verschärften Bedingungen des Lebensmittel-Codex. "Um jedes denkbare Restrisiko zu vermeiden, haben alle großen Wursthersteller mit einer schriftlichen Erklärung - noch über das Codexverbot hinaus - auf den Einsatz von Separatorenfleisch in österreichischen Würsten verzichtet", erklärte Komm.Rat Ernest Pollak, Obmann des Verbandes der Fleischwarenindustrie, die Absicht hinter der gemeinsamen Verzichtserklärung. "Es ist notwendig die Qualität unserer Produkte zu betonen, da wir derzeit unverschuldet zu Umsatzeinbrüchen und Arbeitsplatzgefährdungen kommen." So wurden von der Fleischwirtschaft aufgrund der Nachlässigkeiten der Landwirtschaft bei Rindfleisch Umsatzeinbrüche von bis zu 30 Prozent und bei Würsten von bis zu 15 Prozent festgestellt. Dadurch sind bis zu 2.500 Arbeitsplätze gefährdet.

"Die Fleischwirtschaft kommt als Kunde der Landwirtschaft unverschuldet zum Handkuss", kommentierte Komm. Rat Franz Laus, Bundesinnungsmeister des Fleischergewerbes, die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Fleischwirtschaft. Laus stellte klar, dass die Verantwortung für die negativen Entwicklungen eindeutig bei der Landwirtschaft zu suchen sind. "Wir fordern von den Landwirten daher einwandfreie und sichere Rohstoffe. Und um das sicherzustellen müssen die Landwirte - so wie es in der Wirtschaft der Fall ist -lückenlosen Kontrollen unterzogen werden."

Die Initiative der Codex-Unterkommission wird auch von Maria Safer, der Leiterin der Lebensmitteluntersuchungsanstalt der Stadt Wien, begrüßt. Safer betonte aber auch, dass bisher in allen histologischen Untersuchungen bei österreichischen Würsten weder Rückenmark noch Hirn gefunden wurde. "Die Qualität unserer Produkte ist also sehr hoch. Die strengeren Auflagen stehen aber in guter Tradition des österreichischen Codex, nämlich strenger zu sein als die Lebensmittelvorschriften in anderen Ländern." (AB)

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Univ.Prof.Dr. Friedrich Bauer
Vorsitzender der Codex-Unterkommission
Tel.: (01) 25077/3302

Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK