Immissionsschutzgesetz Luft wird novelliert

Anpassung des NÖ Luftgütemessnetzes an EU-Richtlinien

St.Pölten (NLK) - Einschlägige Richtlinien der EU, etwa zu den Schadstoffen Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid, Stickstoffoxide, Schwebestaub und Blei oder über die Bewertung und Kontrolle der Luftqualität erfordern nicht nur die Novellierung des Immissionsschutzgesetzes Luft. Sie wirken sich auch spürbar auf die Gestaltung des NÖ Luftgütemessnetzes aus.

Zu den markantesten Änderungen zählt die Umstellung der Staubmessung. Bisher wurde der Schwebestaub bis zu einer Partikelgröße von 30 Mikrogramm (µm) gemessen. Zukünftig muss er jedoch bis 10 µm erfasst werden. Je geringer die Partikelgröße ist, desto lungengängiger ist nämlich der Staub. Für das Luftgütemessnetz bedeutet dies, dass die 25 eingesetzten Staubmessgeräte mit neuen Köpfen zur Probennahme ausgerüstet werden müssen.

Zudem müssen in mehreren Etappen alle Staubmessgeräte, die durchwegs automatisch und kontinuierlich arbeiten, an den jeweiligen Stationen mittels mehrerer gravimetrischer Staubbestimmungen abgeglichen werden. Bei dieser Methode werden Filter jeweils über 24 Stunden bestaubt, danach im Labor gewogen und schließlich deren Werte mit den Ergebnissen der automatischen Staubmessgeräte verglichen. Der Zweck ist, einen lokalen Standortfaktor zu erhalten, mit dem die Daten der automatischen Messgeräte multipliziert werden. Diese Überprüfung verschärft zwar die ohnehin sehr angespannte Arbeitssituation beim NÖ Luftgütemessnetz und erfordert zusätzliche Laborauswertungen, ermöglicht aber den EU-weiten Vergleich aller Daten.

Wegen der EU-Richtlinien werden in Niederösterreich auch einige Luftgütemessstellen als sogenannte EU-Messstellen ausgewiesen. Die Auswahl der Messstellen richtet sich nach den unterschiedlichen Schadstoffen. Sie reicht von Messstellen in Ballungsgebieten bis hin zu Stationen im Freiland. Damit die Grenzwerte zum Schutz der Gesundheit überwacht werden, wurden neun Messstellen für Schwefeldioxid, sieben für Stickstoffdioxid und sechs für Staubbelastung ausgewählt. Einige Messstationen decken dabei mehrere Schadstoffe ab. Jedenfalls sind alle Messstellen in größeren Ballungsgebieten in der Aufzählung enthalten. Außerdem werden die üblichen Messstellen des NÖ Luftgütemessnetzes beibehalten, um wie bisher eine flächendeckende Überwachung der Umwelt zu garantieren. Neu ist auch, dass zwei verkehrsnahe Messstellen zu betreiben sind. Voraussichtlich wird eine Messstelle in St.Pölten und eine weitere im Großraum Mödling durch die Verlegung bestehender Anlagen errichtet.

Auch mit der Erfassung des Staubniederschlages in zehn Regionen Niederösterreichs wurde begonnen. Der Niederschlag wird im Labor auf den Gehalt an Blei und Cadmium sowie anderer Schwermetalle untersucht. In Kürze wird mit der Messung von Benzol sowie Toluol und Xylol in Vösendorf begonnen.

Die Messergebnisse der neuen Komponenten werden natürlich wie bei den Herkömmlichen Luftschadstoffen der Bevölkerung zur Kenntnis gebracht. So weit es technisch möglich ist, werden sie in die bewährten Informationsschienen wie Internet oder Infopoints eingebunden. Aktuelle Luftgütedaten können unter der Landeswebseite www.noe.gv.at unter Umweltschutz abgefragt werden.

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