SCHAMBECK WÜRDIGT LEBENSWERK DES PRIESTERGELEHRTEN JOHANNES MESSNER Gedenkveranstaltung anläßlich des 110. Geburtstages Messners am 24.1.2001 in Wien

Wien, 24. Jänner 2001 (ÖVP-PK) Zur Erfüllung der berechtigten Forderung Papst Johannes Paul II., dass Europa nicht nur eine Wirtschafts- sondern vor allem auch eine Wertegemeinschaft sein soll, hat der Priestergelehrte Prälat Univ.Prof. DDr. Johannes Messner durch sein Lebenswerk wegweisend einen bedeutenden Beitrag geleistet und vieles, was das II. Vatikanische Konzil, vor allem in seiner Pastoralkonstitution "Gaudium et spes", für die Kirche in der Welt von heute verlangt, vorausgedacht, erklärte der frühere Bundesratspräsident Univ.Prof. Dr. Herbert Schambeck in seinem Vortrag auf der Gedenkveranstaltung der Johannes Messner Gesellschaft, die unter Vorsitz ihres Präsidenten Prälat Univ.Prof. DDr. Rudolf Weiler anläßlich der Wiederkehr des 110. Geburtstages von Johannes Messner am 24. Jänner 2001 in Wien stattfand.****

Zum Unterschied von anderen sah sich aber Johannes Messner nicht veranlaßt, das Anliegen dieses Konzils zur Konfrontation zu nehmen, sondern vielmehr zur Kontemplation. Man kann wohl ohne Übertreibung sagen, der zwar persönlich stille, weil auch nicht Aufsehen erregen wollende Johannes Messner hat mit dieser seiner Lehre das Konzil insofern vorausgedacht, als er nämlich den Dialog von Glaube und Welt durch sein Wirken als Priestergelehrter in den Bereich der Sozialwissenschaften führte. Intellektualität und Spiritualität haben sich in und bei Johannes Messner vereint.

In seinem in vielen Auflagen und Übersetzungen publizierten Werken, vor allem seinem Handbuch der Gesellschafts-, Staats- und Wirtschaftsethik "Das Naturrecht" hat er wertvolle Grundlagen für eine rechtsstaatliche Demokratie und eine soziale Marktwirtschaft gegeben. Er, der in seinem langen Leben auch autoritäre und totalitäre Regime erlebt hatte, wußte auch um den Mißbrauch und die Irrwege politischer Macht sowie um die den Menschen schützende Kraft von Grundrechten, um deren allgemeine Anerkennung er sich bemühte.

Im Streben nach der Wahrung dieser Menschenrechte ist die Bevölkerung in Mittel- und Osteuropa an die Öffentlichkeit getreten und hat auf den Straßen und Plätzen gegen das damals in diesen Staaten geltende Recht für die Anerkennung ihrer natürlichen Rechte demonstriert, wodurch es zur politischen Wende vor mehr als zehn Jahren gekommen ist. Dies war auch ein deutlicher Beweis für die Existenz des Naturrechts als ein vorstaatliches Recht, dem Johannes Messner seine Lebensarbeit gewidmet hatte, betonte der Linzer Staatsrechtslehrer Prof. Schambeck. Johannes Messner habe auch vor allem durch seine Bücher "Das Gemeinwohl", "Die soziale Frage", "Der Funktionär - seine Schlüsselstellung in der heutigen Gesellschaft" sowie "Ethik und Gesellschaft" zu einer christlich orientierten Sozialpolitik und politischen Ethik beigetragen. Messner beantworte Wertfragen, was gerade in Österreich, dessen Bundes-Verfassungsgesetz seinem Entwurf nach auf den Rechtspositivisten Hans Kelsen zurückgeht und daher mehr wertneutral ist, von besonderer Bedeutung ist.

Johannes Messner wurde 1891 im Tiroler Schwaz in einer Arbeiterfamilie geboren, studierte neben Theologie auch Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und hatte nach Jahren der Seelsorge die Professur für Ethik und Sozialwissenschaften an der Wiener Theologischen Fakultät von 1935 bis zu seiner Emeritierung 1962 inne; unterbrochen wurde sein Wiener Wirken durch seine Verfolgung in der NS-Zeit, die ihn 1938 bis 1949 nach Birmingham führte. Der Priestergelehrte Johannes Messner ist auch Autor von sehr erfolgreichen pastoralen Schriften, wie "Das Wagnis des Christen", das sogar in englischer Blindenschrift erschienen ist. Johannes Messner ist 1984 in Wien verstorben.

Um das Andenken von Prof. Johannes Messner ist die nach ihm benannte Gesellschaft bemüht, deren Aktivitäten international sind und bis nach Japan reichen.
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