Eisenbahner: ÖBB-Draxlers Personalabbaupläne unrealistisch

GdE-Vorsitzender Haberzettl: Personaldiskussion bringt Unruhe in ÖBB

Wien (GdE/ÖGB). Wenn ÖBB-Generaldirektor Draxler ausgerechnet am ersten Tag nach dem Aufsichtsratsbeschluss über die Ausschreibung des künftigen ÖBB-Vorstands per Interview eine Bewerbung abgibt und dabei für die nächsten Jahre den Abbau von 6000 bis 7000 Arbeitsplätzen ankündigt, gibt ihm der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft (GdE), Wilhelm Haberzettl, "den guten Rat, seine Überlegungen zugunsten einer realistischen Sicht zu überdenken." ++++

Haberzettl wies darauf hin, dass die in den Medien ausgebrochene Diskussion über die künftige Besetzung des ÖBB-Vorstands nur Unruhe in das Unternehmen bringt und keine aktuellen Probleme löst. "Anstatt der Verkehrsministerin bei ihren ersten Schritten zur Bewältigung der Sachprobleme der Bahn beizustehen, bringt GD Draxler durch seine vorlauten Äusserungen unnötig Unruhe in das Unternehmen und schädigt den Ruf der ÖBB", sagt der GdE-Vorsitzende. Wenn Draxler formuliere, "wenn man jemand braucht, der nur neue Kasterln zeichnet und hin- und herschiebt, dann ohne mich", dann braucht er sich erst gar nicht zu bewerben: Denn mit "Kasterlnzeichen" und Pseudo-Reformen um der Reform willen, hat er die ÖBB-DienstnehmerInnen in der Vergangenheit genug gequält. Was in den nächsten Jahren für die ÖBB Not tut, so Haberzettl, ist eine Vorwärtsstrategie zu mehr Geschäft - und zwar nicht nur im Güterverkehr, sondern vor allem auch beim Personentransport - mehr Qualität und eine europäische Perspektive. "Die EisenbahnerInnen wollen weder Unruhe im Betrieb, noch Zerschlagungspläne von außen -wer das nicht garantieren kann, soll als Bewerber für den künftigen ÖBB-Vorstand lieber zu Hause bleiben."

Das gelte im übrigen auch für den "glücklosen ehemaligen Chef der Deutschen Bundesbahn", wie der heutige "Standard" den Ex-DB-Manager Heinz Dürr bezeichnet, der nach dieser Meldung als künftiger ÖBB-Aufsichtsrats-Präsident gehandelt wird. "Dürr hat das ökonomische Desaster der Deutschen Bahn verschuldet, wir brauchen keine neuen ökonomischen 'Blindgänger' in den Führungsgremien der ÖBB", so Haberzettl abschließend.(lu)

(Schluss)

ÖGB, 24. Jänner 2001
Nr. 52

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