Die VIER PFOTEN prangern an: Jahrelange Versäumnisse Molterers

Intensivtierhaltung verursacht großflächigen Medikamenten-Missbrauch

Wien (OTS) - Heftige Kritik musste sich Landwirtschaftsminister Molterer heute von der Tierschutzstiftung VIER PFOTEN gefallen lassen. Erst durch jahrelange Versäumnisse in seinem Ressort sei es möglich geworden, dass der Konsum von medikamentenversetztem Schweinefleisch aus Intensivtierhaltung zum Massenphänomen und somit zum unwägbaren Gesundheitsrisiko geworden ist.

Seit Beginn ihres Wirkens 1988 haben die VIER PFOTEN vom jeweils zuständigen Landwirtschaftsminister - seit über sechs Jahren also von Wilhelm Molterer - ohne Unterlass eine artgerechte Schweinehaltung gefordert. Das bedeutet u. a. mehr Platz und somit Beschäftigungs-und Bewegungsmöglichkeiten für jedes einzelne Tier, ein Verbot der Anbindehaltung und des Kastenstandes sowie ein Verbot aller operativen Eingriffe wie des Zähnekneifens, des Schwanzkupierens und des Kastrierens ohne Betäubung.

Wie seit Anfang der Woche bekannt ist, haben die beiden VIER PFOTEN-Mitarbeiter Michael Buchner und Michael Loeckx nach anderthalbjährigen Recherchen unglaubliche Missstände in der österreichischen wie auch deutschen Schweinemast aufgedeckt:
Zahlreiche Landwirte haben kontinuierlich im "Selbstbedienungsladen" eines hunderte Millionen schweren Pharmazeutika-Schwarzhandels zugegriffen und ihre Schweine mit unkontrollierten Medikamenten-Mischungen selbst "versorgt".

Erst die über Jahre laufende Verflechtung der mittlerweile angezeigten Tierärzte bzw. mutmaßlichen Medikamenten-Großhändler mit der heimischen Regionalpolitik ermöglichte es, die Verabreichung von Antibiotika, Psychopharmaka, Hormonen, etc. in der Massentierhaltung zur Gewohnheit werden zu lassen.

Damit stellt der mutmaßlich flächendeckende Medikamenten-Missbrauch in heimischen Schweineställen eine weitaus größere Gefahr dar als die gesamte BSE-Problematik. Denn die Wahrscheinlichkeit, im Krankheitsfall aufgrund zunehmender Antibiotika-Resistenzen nicht mehr erfolgreich behandelt werden zu können, ist mit Gewissheit um ein vielfaches höher als jene, an Creutzfeld-Jakob zu erkranken.

"Jetzt muss es endlich zu einem Umdenken in der Politik, im Handel und bei den Konsumenten selbst kommen", fordert VIER PFOTEN-Geschäftsführer Helmut Dungler. "Denn unter dem wahnwitzigen Preisdruck, dem die Schweinezüchter ausgesetzt sind, wird es nicht möglich sein, der Massentierhaltung und damit dem Medikamenten-Missbrauch in den Ställen ein Ende zu setzen", so der VIER PFOTEN-Gründer.

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