ÖGB zu AK-Präsident Fink: Unsere Partei heißt "ArbeitnehmerInnen"

Statt Konkurrenzfeld aufbauen, gemeinsam für ArbeitnehmerInnen kämpfen

Wien/Feldkirch (ÖGB). Es verwundert einigermaßen, dass
Vorarlbergs AK-Präsident Fink bei der AK-Rätekonferenz des ÖAAB Samstag vergangener Woche in Baden der AK empfohlen hat, "sich aus der Umklammerung des ÖGB" zu lösen "und die besseren Ideen für die Zukunft liefern soll". "Herr Fink soll lieber daran denken, dass sowohl die AK als auch der ÖGB die Interessen der ArbeitnehmerInnen vertreten und dass es ausschließlich darum geht, bestmöglichst die Interessen der Beschäftigten gegenüber einer Bundesregierung zu vertreten, deren offensichtliches Ziel es ist, nicht für, sondern gegen die Menschen in diesem Land zu arbeiten", stellte Vorarlbergs ÖGB-Landesvorsitzender, Norbert Loacker, in einer Aussendung fest.++++

Bei einer Bundesregierung, die mit massivsten Belastungspaketen
die ArbeitnehmerInnen zur Kasse bittet, die versucht, die Sozialpartnerschaft zurückzudrängen und die massive Attacken gegen die Arbeiterkammern reitet, sollte Vorarlbergs AK-Präsident nicht ein Konkurrenzfeld zum ÖGB aufbauen, sondern vielmehr weiterhin mit den Gewerkschaften gemeinsam für die ArbeitnehmerInnen kämpfen. Präsident Fink soll auch nicht vergessen, dass es der ÖGB war, der sich für die AK stark gemacht hat, als diese von der Regierung unter Beschuss genommen wurde. Den Vorwurf, die AK müsse sich deshalb aus der Klammer des ÖGB befreien, um ohne "parteipolitische Umklammerung" eine selbstständige Interessenvertretung zu sein, ruft im ÖGB ebenfalls Verwunderung hervor.

AK-Präsident Fink weiß sehr wohl, dass der ÖGB eine überparteiliche Interessenvertretung ist, weder eine Nebenregierung ist noch Fundamentalopposition betreibt. Der ÖGB beurteilt jede Regierung danach - egal wie sie sich zusammensetzt - was sie bereit ist, für die ArbeitnehmerInnen zu tun. Loacker: "Wenn es um die Interessen der ArbeitnehmerInnen geht, dann sind wir aber sehr gerne parteipolitisch tätig und zwar für eine Partei namens "ArbeitnehmerInnen". Das gleiche gilt für die Arbeiterkammer als gesetzliche Interessenvertretung, mit der der ÖGB immer hervorragend zusammengearbeitet hat.

Der ÖGB und seine Gewerkschaften haben nicht zuletzt in enger Zusammenarbeit mit der AK stets Alternativen zu den Sozialabbauplänen der Bundesregierung auf den Tisch gelegt. Die Liste ist schier unendlich, beginnt bei der Pensionsreform und reicht über das Budget und die Abfertigung bis zu sozialverträglichen Alternativen der sozialen Treffsicherheit. "Herr Fink scheint zu übersehen, was derzeit im Lande passiert:
Besteuerung der Grenzgänger, Unfallrentner, Demontage der Abfertigung usw. Ich lade AK-Präsident Fink ein, statt eine Konkurrenz aufzubauen, sich mit dem ÖGB gemeinsam für die Interessen der ArbeitnehmerInnen einzusetzen. Es gibt viel zu tun!", sagte Loacker abschließend. (ew)

ÖGB, 23 Jänner 2001
Nr. 51

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