"Kleine Zeitung" Kommentar: "Sauerei" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 24.01.2001

Graz (OTS) - Was in unseren Schweineställen passiert, ist eine Sauerei. Vorerst sind erst einige Betriebe überführt, doch haben nicht so wenige Schweinemäster zu den Drogen gegriffen, wie die Agrarpolitiker und Veterinärbehörden jetzt behaupten. Die illegale Praxis war weit verbreitet.

Während man bei der Rinderseuche Gutgläubigkeit voraussetzen muss, weil die Bauern lange Zeit gar nicht wussten, dass die Verfütterung von Tiermehl BSE auslösen kann, gilt diese Entschuldigung für jene Landwirte nicht, die haufenweise Antibiotika und andere Medikamente den Schweinen zum Fraß vorwarfen. Sie taten es, um das Wachstum zu beschleunigen und den Gewinn zu steigern.

Zorn erfasste den Landwirtschaftsminister nach dem Platzen des neuen Fleischskandals, der das Gütesiegel des Agrarmarketing schwer beschädigte. Er kündigte ein "Aktion scharf" an.

Das Ausmisten kommt allerdings ein bisschen spät. Der Ärger des Ministers ist echt, nicht jedoch sein Erstaunen. Wenn er noch Fakten abwarten will, wie das Netzwerk der "Autobahntierärzte" funktionierte, dann war Wilhelm Molterer der Einzige in seinem Ministerium, der von den Zuständen in den Schweineställen keine Ahnung hatte.

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