Neuer Kollektivvertrag für Erdölindustrie: KV + 3,4 Prozent, Ist + 3,0 Prozent

. Altersteilzeit, Bildungsfreistellung

Wien (GdCh/GPA/GMT/ÖGB). In den Nachtstunden des 22. Jänner 2001 haben die zuständigen Gewerkschaften mit den Arbeitgebervertretern der Erdölindustrie einen neuen Kollektivvertrag für die Beschäftigten abgeschlossen.++++

Die kollektivvertraglichen Mindestlöhne und -gehälter werden um 3,4 Prozent erhöht.
Die Ist-Löhne und -gehälter steigen um 3,0 Prozent.
Die Lehrlingsentschädigungen steigen im Ausmaß der KV-Löhne- und Gehälter.
Der Kollektivvertrag tritt am 1. Februar 2001 für rund 4300 Beschäftigte der Erdölindustrie in Kraft. Arbeiter, Angestellte und Lehrlinge, die mit Stichtag 1. Februar in der Erdölindustrie beschäftigt sind, erhalten bis spätestens 28. Februar eine Einmalzahlung in der Höhe von 8.000 Schilling brutto.

Die Gewerkschaften konnten im rahmenrechtlichen Teil des Kollektivvertrags wesentliche Verbesserungen durchsetzen: Wie schon in der Metallindustrie haben die KV-Partner die Altersteilzeit im Kollektivvertrag geregelt. Die Regelung sichert unter anderem die ungekürzte Abfertigung auf Grundlage der Arbeitszeit vor Beginn der Altersteilzeit und die volle Auszahlung des Jubiläumsgeldes. Gewerkschaften und Arbeitgebervertreter empfehlen, eine Regelung für die Rückkehr zur Vollbeschäftigung bei außerordentlich wichtigen persönlichen Gründen, etwa bei Notlagen zu treffen. Vor Abschluss einer Vereinbarung ist der Betriebsrat zu informieren.
Weitere Verbesserungen: Jedem Beschäftigten steht eine Woche bezahlte Bildungsfreistellung pro Jahr für Prüfungsvorbereitungen, etwa Meisterprüfung, Werkmeisterprüfung und Studienberechtigungsprüfung zu, außerdem gibt es erstmals auch Krankengeldzuschuss bei Arbeitsunfällen. Die KV-Partner haben weiters vereinbart, sich in einer Arbeitsgruppe mit dem Thema Arbeitszeit im Schichtbetrieb zu befassen.

Die zuständigen Gewerkschaften Metall - Textil, Privatangestellte und Chemie betonten nach den Verhandlungen, dass es gelungen sei, eine Einigung zu erzielen, die der wirtschaftlichen Situation der Branche Rechnung trage. Gewerkschaften und Arbeitgebervertreter hätten außerdem bewiesen, dass die Sozialpartnerschaft auf Branchenebene sehr wohl funktioniere. (nk/hk)

ÖGB, 23. Jänner 2001
Nr. 50

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