Österreichs Handelsbilanzüberschuss mit Südeuropa nimmt weiter zu

Winkler: Exporte nach Italien, dem zweitwichtigsten Handelspartner weltweit, um über 20 Prozent gewachsen

Wien (PWK036) - Die Staaten im Süden Europas tragen wesentlich zur Verbesserung der österreichischen Handelsbilanz bei. "In den ersten neun Monaten 2000 konnte Österreich seinen Handelsbilanzüberschuss mit dieser Region inklusive Frankreich von 2 auf 15 Mrd Schilling verbessern. Die Exporte betrugen 122,2 Mrd Schilling, was einer Steigerung von 15,3 Prozent entspricht. Der Ausbau des Handelsbilanzaktivums beruht auf dem relativ schwachen Importzuwachs aus dieser Region von 3 Prozent auf 107,4 Mrd Schilling", berichtet WKÖ-Generalsekretär-Stellvertreter Egon Winkler, Leiter der Außenwirtschaft Österreich, gemeinsam mit den österreichischen Handelsdelegierten in Italien, Frankreich, Spanien, Türkei, Portugal und Griechenland bei einer Pressekonferenz zur Außenhandelstagung "Südeuropa".

Ausschlaggebend für diese positive Entwicklung war vor allem das kräftige Exportwachstum nach Italien. Die österreichischen Exportfirmen konnten von Jänner bis September 2000 Waren im Wert von 61,2 Mrd Schilling zu unserem zweitwichtigsten Handelspartner weltweit liefern, das sind um 20,4 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Die Importe aus Italien nahmen nur um 6,6 Prozent auf 54,5 Mrd Schilling zu. Winkler sieht für die Handelsintensivierung zwei Ursachen: "Einerseits wird die Komplementarität der österreichischen und italienischen Wirtschaft durch Binnenmarkt und gemeinsame Währung immer stärker genützt, andererseits hat die gute Industriekonjunktur Italiens die Nachfrage nach Halbfertigwaren und Maschinen kräftig stimuliert."

Im Außenhandel mit Frankreich ist eine ähnliche Divergenz zwischen Export- und Importentwicklung zu bemerken: die österreichischen Ausfuhren stiegen beachtlich - um 12 Prozent auf 30 Mrd Schilling -während die Importe in den ersten neun Monaten 2000 sogar zurückgingen (-2,8 Prozent). Österreichs traditionelles Handelsbilanzdefizit mit Frankreich verringerte sich so in letzter Zeit kontinuierlich. "Ein interessanter Trend ist, dass in zunehmendem Maße österreichische Jungunternehmer und Klein- und Mittelbetriebe am französischen Markt Fuß fassen und an Ausschreibungen öffentlicher Stellen teilnehmen", stellt Winkler fest. Die österreichische Außenhandelsstelle in Paris habe daher von ihrer WKÖ-Homepage einen eigenen Link zur französischen Ausschreibungsdatenbank hergestellt. Anhaltend gute Exportchancen bestünden vor allem für Investitions- und dauerhafte Konsumgüter.

Als "dynamischsten Exportmarkt für Österreich innerhalb der EU" bezeichnete Winkler Spanien, wohin "die österreichischen Lieferungen seit Österreichs EU-Beitritt um fast 200 Prozent gewachsen sind und unsere ehemals negative Handelsbilanz in eine stark positive umgekehrt werden konnte." Im Vorjahr stiegen Exporte und Importe etwa im gleichen Ausmaß, nämlich um 8 Prozent, an. Zahlreiche Investitionen, die aus der gesicherten Finanzierung des EU-Kohäsionsfonds getätigt werden, fließen in Spanien in den Umweltbereich, Alternativenergie, Wasserversorgung und Infrastruktur. "Österreich genießt auf diesen Sektoren einen ausgezeichneten Ruf und verfügt dort daher über besonders gute Auftragschancen", weiß Winkler.

Nach einem Rückgang der österreichischen Exporte in die Türkei im Erdbeben-Katastrophenjahr 1999, weist 2000 wieder einen leicht positiven Trend auf: in den ersten drei Quartalen wurde ein Anstieg von knapp einem Prozent auf 4,8 Mrd Schilling verzeichnet. Österreichische Firmen sind nach wie vor besonders auf dem Energiesektor sehr erfolgreich: fast ein Drittel aller derzeit in Bau befindlichen Wasserkraftwerksprojekte werden von österreichischen Firmen errichtet.

"Ein ausgezeichnetes Jahr haben die heimischen Exporteure nach Portugal hinter sich, wo aufgrund des starken Exportzuwachses von 28,7 Prozent Österreich erstmals einen Handelsbilanzüberschuss erreichen konnte", freut sich Winkler. Das Marktpotential für österreichische Firmen sei aber noch lange nicht ausgeschöpft. Es gibt noch viel zu wenige österreichische Niederlassungen in Portugal, obwohl sich zumindest während der nächsten fünf Jahre aufgrund der EU-Kohäsionsfondsgelder ähnlich wie in Spanien zusätzliche Geschäftschancen bei Infrastruktur und Umweltschutz bieten.

"Auch die Exportsituation nach Griechenland kann sich sehen lassen, wohin ein Anstieg von 10,7 Prozent verzeichnet wurde, während die Importe nur etwa halb so stark anstiegen. Der Beitritt Griechenlands zum Kreis der Euroländer mit 1.1.2001 wird diese Entwicklung noch unterstützen", blickt der Generalsekretär Stellvertreter optimistisch in die Zukunft. "Insgesamt zeigt die Entwicklung in Südeuropa deutlich, dass die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs als Exporteur zugenommen hat." (Ne)

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