"Neue Kärntner Tageszeitung" Kommentar: Das kann doch nicht wahr sein!

Ausgabe vom 23.1.2001

Wohin die Haider-Partei derzeit auch greift, sie greift in den Gatsch. Sie fällt von einer Grube in die andere und übt sich in politischer Selbstverstümmelung. Egal, ob es sich um den Rummel um Schmid und Kabas, um die Lump-Affäre, um billiges Heizöl oder um den Kärntner Kulturamtsleiter handelt, die Freiheitlichen sind offensichtlich außer Tritt.

Besonders fatal sind für den Bärentaler die Aussagen des designierten und bereits wieder abmontierten Kulturchefs Walter Maria Stojan. Wenn es nämlich stimmt, dass der frühere Mock-Sekretär scheinobjektiviert wurde, steht dem Landeshauptmann möglicherweise ein Verfahren wegen Amtsmissbrauches ins Haus. Daran ändert auch die Behauptung nichts, Stojan sei manisch-depressiv. Für die Objektivierer war er jedenfalls der beste Kandidat. Was müssen eigentlich die Mitbewerber für Idioten gewesen sein?

Seltsames musste sich auch in der Nacht auf Montag zugetragen haben, als Stojan von zwei Polizisten aus dem Bett geholt, in die Klagenfurter LKH-Psychiatrie gebracht, von einem Arzt untersucht und danach wieder heimgeschickt wurde. Ein Albtraum? Nein, bittere Wahrheit und Groteske zugleich. Egal, ob der Mann bei Sinnen war oder nicht, die Nacht-und-Nebel-Aktion erinnert an düstere Kapitel unserer Geschichte.

Irgendwie wird der neutrale Beobachter das Gefühl nicht los, es soll ein Mensch mit allen Mitteln fertig gemacht werden. Wenn diese Methode Schule macht und künftig jeder, der sich auffällig benimmt, in die "Psych" eingeliefert wird, ist Österreich bald straßenleer.

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