"Kleine Zeitung" Kommentar: "Nachfolge-Poker" (von Thomas Götz)

Ausgabe vom 22.1.2001

Graz (OTS) - Mit der Ernennung von 37 neuen Kardinälen, von denen immerhin 33 papstwahlberechtigt sind, hat Johannes Paul II. im Poker um seine Nachfolge neue Voraussetzungen geschaffen. Die alten Gleichungen gelten nicht mehr, das Spiel der Namensnennung in böser oder guter Absicht kann nun neu beginnen.

Auffallend ist die Gewissheit italienischer Beobachter, der nächste Papst würde wieder ein Einheimischer sein. Doch mit gerade einem Fünftel der Wähler lässt sich ein solcher Anspruch während der Wahl im Konklave nicht leicht durchsetzen.

Die Globalisierung des Wahlkollegiums hat allerdings zur Folge, dass die Nationalität in den Hintergrund tritt und andere Kriterien wichtiger werden. Nach über zwei Jahrzehnten eines rastlosen, phasenweise fast überhitzten Reisepontifikats könnte die Wahl auf einen stilleren Mann fallen. Kenntnisse der römischen Schaltstellen können dabei nicht von Schaden sein. Die hohe Zahl neuer Kurienkardinäle bietet den Auguren eine große Auswahl für das Ratespiel.

Wenn es nach Johannes Paul II. geht, sind alle diese Spekulationen freilich verfrüht. Er kündigte gestern bereits ein weiteres Konsistorium an. Das wäre in etwa zwei Jahren fällig. ****

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035
email: redaktion@kleinezeitung.at
www.kleinezeitung.at

Kleine Zeitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/PKZ