"profil": TA-Chef Sundt sieht auch für 2001 Verluste

Heuer werden 2000 Mitarbeiter abgebaut - Senkung der Ortstarife und Sekundennahe Abrechnung ab Februar geplant

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" nimmt Telekom Austria-Generaldirektor Heinz Sundt zur Gewinnwarnung und der Situation des Unternehmens im laufenden Geschäftsjahr Stellung. "Wir haben nie einen Zweifel daran gelassen, dass die Bilanz 2000 Verluste aufweisen wird. Für 2001 kann ich zwar keine schwarzen Zahlen versprechen. Wir werden dem Aktionär aber nachweisen können, dass ein nachhaltiger Kurswechsel eingeleitet wurde", erklärt Sundt im Gespräch mit "profil".

Der TA-Chef zeigte sich dennoch überrascht, "dass die Aktie so tief" gerutscht ist, führt dies aber auf die allgemeine Situation der Telekommunikationsbranche zurück. Den Aktionären rät Sundt, sich in dieser Situation in Geduld zu üben. Zum Börsegang der TA hätte es keine Alternative gegeben, so Sundt. Wenngleich der geeignetere Zeitpunkt vor fünf Jahren gewesen wäre.

Heuer wird die Telekom Austria 2.000 Mitarbeiter abbauen und hält damit generell am ursprünglichen Plan fest, sich von 5000 Beschäftigten trennen zu wollen. Sundt: "Wobei ein Großteil des Personalabbaus sich im Jahr 2001und 2002 abspielen wird."

Zudem kündigt der TA-Chef im "profil"-Interview eine Tarifsenkung noch im ersten Quartal - wenn möglich bereits mit 1. Februar - an. Sundt: "Wir haben vor, die Reorganisation der lokalen Tarife einhergehen zu lassen mit einer sekundennahen Abrechnung."

Als einen wesentlichen Grund für die eingebrochenen Gewinne führt der TA-Chef die schlechte Zahlungsmoral der in Österreich agierenden privaten Anbieter ins Treffen. Sundt im "profil"-Interview: "Der überwiegende Teil dieser Unternehmen ist bei uns in Zahlungsverzug. Teilweise mit gewaltigen Summen. Üblicherweise sind es zweistellige Millionenbeträge, die uns solche Unternehmen schulden." Dem Vernehmen nach betragen die Aussenstände 200 bis 300 Millionen Schilling.

Zu den jüngsten Gerüchten um seine Person, denen zufolge Sundt in den Vorstand der ÖIAG wechseln und ihm Marktingvorstand Heinz Brasic nachfolgen könnte, gibt sich der TA-Chef: "Da wissen alle wieder mehr als ich. Ich verfolge diesbezüglich sicher keine konkreten Pläne."

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