Fairness für Krankenkassen !

Altersentwicklung und Kostenexplosion im Gesundheitswesen erfordern auch mehr Mittel für Krankenkassen! - Eigene Sparkonzepte können Probleme nicht lösen!

Klagenfurt (OTS) - Die soziale Krankenversicherung muss seit
Jahren eine Welle von zusätzlichen Belastungen mit enormen finanziellem Aufwand bewältigen, ohne dass auf Seite der Einnahmen entsprechende Vorsorge getroffen wurde.

Die Einnahmen der sozialen Krankenversicherung erfolgen über Dienstnehmer und Dienstgeberbeiträge, deren Höhe durch den Gesetzgeber und nicht durch die einzelnen Kassen, wie oft irrtümlich gemeint, festgelegt wird. Diesen Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen tätigt der Obmann der Kärntner Gebietskrankenkasse, Helmut Pansi, im Zusammenhang mit den aktuellen Finanzierungsdiskussionen und verweist auf einen internationalen Vergleich, wonach die heimischen Krankenversicherungsbeiträge zu den europaweit niedrigsten gehören!

Es ist für die Verantwortlichen in den Sozialversicherungen (Selbstverwaltungsorgane und Management) kaum mehr vertretbar, ständig für die immer deutlicher werdende Einnahmen- und Ausgabendiskrepanz verantwortlich gemacht zu werden, wenn die Leistungsverpflichtungen für die Kassen ständig zunehmen, die Kosten im gesamten Gesundheitswesen geradezu explodieren und zudem die Struktur innerhalb der Versichertengemeinschaft eine Fortsetzung dieses Trends einfach bestimmt.

So erinnert der Kärntner Kassenobmann auch an die Tatsache, dass in den letzten Jahren, unabhängig von der politischen Zusammensetzung der Bundesregierung, den Kassen ständig zusätzliche Belastungen aufgebürdet wurden und werden, ja etliche Gesetze sogar gleichzeitig zu Einnahmeverlusten für die Kassen führten.

So "kostet" die Lehrlingsförderungsaktion des Bundes die Kassen mehrere 100 Millionen Schilling - so der Kärntner Gebietskrankenkasse ca. 26 Millionen - jährlich. Beitragsveränderungen und verschiedene Zahlungsverpflichtungen, etwa gegenüber Fonds und Ähnlichem sowie einhergehende Terminerstreckungen für die Beitragsabfuhr durch Betriebe, werden in diesem Jahr zu weiteren Einnahmeverschlechterungen führen.

Bedingt durch den erfreulichen Anstieg der Lebenserwartung erhöht sich auch der Anteil jener Versicherten, die einfach mehr an medizinischen Leistungen benötigen, verweist der Kärntner Kassenobmann auf weitere Fakten im Gesundheitswesen: bei den Medikamentenkosten sind Steigerungen von rund 10 % zu verkraften, auch Leistungen wie etwa die medizinischen Rehabilitationen, höhere Krankentransportkosten, sind Konsequenzen aus diesen Entwicklungen, die außerhalb des Einflusses einer GKK liegen.

Der Kärntner Kassenobmann fordert daher die politischen Verantwortungsträger auf, diese Fakten und die sich daraus ergebenden Leistungsverpflichtungen zu beachten und sieht in einer moderaten aber gleichzeitig sozial gerechten Beitragserhöhung eine wirkungsvolle und politisch vertretbare Vorgangsweise. Der Kärntner Kassenobmann erinnert auch daran, dass in den einzelnen Sozialversicherungen sehr wohl ein "Sparwille", und das seit vielen Jahren, gegeben ist, aber deren "Geldwirksamkeit" gemessen an den Gesamtleistungen einfach äußerst bescheiden ist und sein muss.

Der Obmann der Kärntner Gebietskrankenkasse fordert auch Fairness für die Krankenkassen und verweist auf Teuerungsabgeltungen in fast allen Bereichen und auf die jüngsten Prämienerhöhungen etwa im Bereich der privaten Krankenversicherungen, deren Leistungsverpflichtungen und Gesetzesauftrag in keiner Weise mit einer GKK vergleichbar sind.

Die nunmehr gesetzlich festgelegte Fortführung der Spitalsfinanzierung, die zu begrüßen ist, bedeutet aber gleichzeitig für die Kassen ein weiteres Ansteigen der Fixkosten. Diese und andere Entscheidungen der Politik zeigen, dass es eine Verpflichtung des Gesetzgebers wäre, eine einnahmenorientierte Ausgabenpolitik zu sichern, untermauert Helmut Pansi seine Argumente.

Der leitende Angestellte der Kärntner Gebietskrankenkasse, Dir. Mag. Alfred Wurzer, verweist auf die Tatsache, dass die Kärntner GKK etliche Leistungen in jüngster Zeit, die durch die Politik beschlossen wurden, ohne Personalaufstockungen übernommen hat. Es wurden etliche Sparkonzepte zusätzlich zum "Beamtensparpaket" umgesetzt bzw. befinden sich in Umsetzung. Diese können aber, gemessen an den Gesamtaufwendungen, nur eine bescheidene Geldwirkung haben.

Während die Aufwandssteigerungen für die Versichertengemeinschaft im Jahr 2000 um mehr als 5 % stiegen, betrug die Steigerung des Personalaufwandes lediglich 2,6 Prozent. Die vom Gesetzgeber oftmals geforderte "totale EDV-Erneuerung" wird beispielsweise in der Kärntner Gebietskrankenkasse seit geraumer Zeit durch etliche Maßnahmen vorbereitet, bedarf jedoch entsprechender gesetzlicher Hilfestellungen, um alle Vertragspartner in derartige Konzepte einbeziehen zu können. Durch EDV-Kooperationen erfolgen beispielsweise versichertenbezogene Leistungserfassungen, die in weiterer Folge auch zu erhöhter Transparenz gegenüber der Versichertengemeinschaft führen werden.

Durch die Entwicklung eines eigenen Leitbildes hat die Kärntner Gebietskrankenkasse eine wesentliche Voraussetzung und Motivation für die Mit-arbeiter geschaffen, damit sich die Kasse zu einem echten Kundendienstleister entwickelt, so der leitende Angestellte, Dir. Mag. Alfed Wurzer.

Als eine weitere, mit (enormen) administrativen Maßnahmen gesetzte Aktivität, ist die Entbürokratisierung im Bereich des ärztlichen Dienstes der KGKK zu sehen: da jährlich bislang rund 100.000 Personen im Krankenstandsfall vorzuladen waren, erteilte die Direktion einen Projektauftrag, um diese Zahl zu halbieren und gleichzeitig mehr Beratungstätigkeit sowie Hilfestellungen im Erkrankungsfall anbieten zu können.

Mit unzähligen Vertragspartnern wurde gleichzeitig der Bewilligungsvorgang für bestimmte Leistungen durch die Nutzung neuer technischer Mittel (FAX, E-Mail) so geregelt, dass er ohne Aufwand, also im "Hintergrund", für den Patienten erfolgt.

Mit diesen Aktivitäten sind die Bemühungen einer selbstverwalteten Gebietskrankenkasse klar bewiesen! Sie können aber nicht die strukturbedingte Einnahmen- und Ausgabenproblematik aller Krankenkassen lösen. Dies ist nur über den Gesetzgeber und mit einer Reihe von Maßnahmen im gesamten Gesundheitswesen bewältigbar, betonen die Kassenverantwortlichen abschließend.

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