Kfz-Handel: Trotz Rückgang drittbestes Zulassungsergebnis der vergangenen Jahre

Havelka: Umstrukturierung, neue Abgaben und hohe Treibstoffpreise belasten die Branche

Wien (PWK032) - Im Jahr 2000 wurden 309.427 Stück Pkw- und Kombi neuzugelassen, was im Vergleich zu 1999 (314.182 Pkw- und Kombi-Neuzulassungen) einen Rückgang von 4.755 Stück (-1,5 Prozent) bedeutet. "Man kann 2000 von einem durchaus guten Zulassungsjahr reden - nämlich dem drittbesten Ergebnis der vergangenen Jahre", erklärte Heinz Havelka, Vorsteher des Bundesgremiums Fahrzeughandel, am Freitag im Haus der Wirtschaft. Insgesamt muss 2000 über alle Fahrzeugarten ein Rückgang der Neuzulassungen von 1,7 Prozent verzeichnet werden.

"Während bei den Motorrädern der Rückgang 12,7 Prozent beträgt, gibt es bei den LKW ein Plus von 8,2 Prozent zu verzeichnen", so Helmut Dörfler von der Statistik Austria. Durchaus optimistisch sind mit 300.000 Pkw die Erwartungen Havelkas und Felix Clarys, Sprecher der Automobilimporteure und stellvertretender Vorsteher des Bundesgremiums Fahrzeughandel, für die Zulassungen im laufenden Jahr.

Wirtschaftlich hat die Branche im letzten Jahr große Umstrukturierungsmaßnahmen über sich ergehen lassen müssen. Sehr viele Importeure strukturieren ihr Netz stark um. Es gibt einen Trend der Importeure auf starke Händler zu setzen, denen dann wieder sogenannte B-Händler zugeordnet werden. "Das ist ein europaweiter Trend, wobei wir vor allem auf die Entwicklung in Deutschland schauen. Dort sind Massenkündigungen an der Tagesordnung", zeigt sich der Vorsteher besorgt. In Österreich gibt es derzeit ca. 3.100 Vertragshändler, die direkt oder indirekt einen Markenvertrag mit einem Importeur haben. "Wir rechnen damit, dass sich die Zahl der Vertragshändler in den nächsten Jahren durchaus um 20 - 30 Prozent reduzieren wird", schätzt Havelka.

Auch die wirtschaftliche Situation der Betriebe ist nach wie vor schwierig. "Wir schätzen, dass ca. 50 Prozent unserer Betriebe betriebswirtschaftlich rote Zahlen schreiben", so Havelka. Gerade am betriebswirtschaftlichen Denken müsse sicherlich noch gearbeitet werden. Laut einer Fessel-Studie erwarten sich die Konsumenten Nachlässe zwischen 9,6 und 20 Prozent, dem stehen die Spannen im Fahrzeughandel von 7 bis 15 Prozent gegenüber. "Es ist derzeit auch der Trend, laufend die Spannen bei den einzelnen Modellen zu kürzen, und ich erwarte mir in Zukunft deutlich weniger bis keine Rabatte. Einige Modelle werden sogar zum Nettopreis ohne Rabatte angeboten", stellt Havelka klar.

"Wir fordern, dass die Gruppenfreistellungsverordnung auch nach dem September 2002 im Sinne der Autofahrer, der Konsumenten, der Händler, aber auch der Hersteller und der Importeure verlängert wird", stimmte auch Felix Clary, mit der Forderung Havelkas überein. Das Bundesgremium hat deshalb auch eine Unterschriftenaktion zur Verlängerung der Gruppenfreistellungsverordnung gestartet, in welcher sich Händler, aber auch deren Mitarbeiter, und natürlich auch Autofahrer, für eine Verlängerung der Gruppenfreistellungsverordnung aussprechen können.

Vor wenigen Tagen wurde vom Bundesgremium gemeinsam mit Herrn Bundesminister Dieter Böhmdorfer der neuen Muster-Gebrauchtwagenvertrag präsentiert. Dieser soll dazu beitragen, dass der Kauf beim Fachhandel noch sicherer wird und sich auch verstärkt vom Privat-zu-Privat-Kauf abgrenzt, wo der Käufer durch den Ausschluss der Gewährleistung keine Rechte besitzt. "Wir sehen bei unseren Schlichtungsstellen immer mehr Fälle, wo Private, bei welchen die Gewährleistung ausgeschlossen wird, uns um Hilfe ersuchen, doch zieht der Privatkäufer meist den Kürzeren", führt Havelka.

Abschließend appellierten Havelka, Clary und Leopoldine Schwandl, die Vorsitzende des Fachausschusses Einzelhandel, noch an die Regierung:
"Nach unseren Berechnungen zahlt der Autofahrer derzeit um 88 Milliarden Schilling mehr als er dem Staat kostet und es werden nach der Anhebung des Vignettenpreises und der motorbezogenen Versicherungssteuer sowie Zulassungsgebühren laufend weitere Belastungen des Autofahrers diskutiert." Man wolle sich mit aller Vehemenz dafür aussprechen, dass es zu einer Reduzierung der Belastungen des Autofahrers kommt, dass die Abgaben zweckgebunden für den Ausbau der Straßen aufgewendet werden und es zu massiven Maßnahmen zur Stauvermeidung kommt. Auch wurden Maßnahmen gegen das Fahren mit ausländischen Kennzeichen gefordert, ebenso wie die Beseitigung der steuerlichen Benachteiligungen gegenüber den Nachbarländern, wie zum Beispiel Abschreibungsmöglichkeiten bzw. Normverbrauchsabgabe. (EBK)

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