Glawischnig: Nach BSE ist 'Schweine-Affäre' nächster Landwirtschaftsskandal

Grüne fordern sofortige flächendeckende Kontrollen von Schweinezüchtern in ganz Österreich - Gezielte Indiskretionen von ÖVP-Politikern?

Wien (OTS) - Als 'unfassbaren Skandal' bezeichnet heute Eva Glawischnig, Umweltsprecherin der Grünen, die bekanntgewordenen illegalen Praktiken von Schweinezüchtern in Niederösterreich und der Steiermark. "Es ist eine unglaubliche Verantwortungslosigkeit, verbotene Arzneimittel und Hormone an Tiere zu verfüttern", so Glawischnig. "Die verdächtigen Betriebe haben offensichtlich völlig aus den Augen verloren, daß sie als Lebensmittelproduzenten auch für die Gesundheit der KonsumentInnen und den Schutz der Umwelt verantwortlich sind."

Die Umweltsprecherin fordert, daß österreichische Tierhaltungsbetriebe nun sofort flächendeckend auf den Einsatz illegaler Medikamente, Hormone und Wachstumsförderer geprüft werden. Auch eine sofortige Ausweitung der Fleischkontrollen auf Rückstände von Tierarzneimitteln und Wachstumsförderern sei laut Glawischnig ein Gebot der Stunde. Neben den potentiellen Gesundheitsgefahren für den Menschen durch Rückstände im Fleisch warnt Glawischnig auch vor deutlichen Umweltbelastungen durch den Einsatz von Tierarzneimitteln in der Massentierhaltung. "Tiermedikamente können über die Gülle in Böden und Grundwasser gelangen und zu toxischen Verunreinigungen führen."

Heftige Kritik übt die Umweltsprecherin auch an den ÖVP-Agrar-Landesräten Pöltl (Stmk) und Plank (NÖ), die durch die frühzeitige Information der Öffentlichkeit die betroffenen Betriebe quasi vorgewarnt haben könnten. "Man stelle sich eine derartige Vorgangsweise bei einer Drogenrazzia vor", kritisiert Glawischnig. Angesichts dieser Vorgangsweise ist zu befüchten, daß die verantwortlichen Politiker die Schweine-Affäre jetzt herunterspielen wollen. Notwendig ist aber eine konsequente und lückenlose Aufdeckung der illegalen Praktiken und ein hartes Durchgreifen, so Glawischnig.

Die Grünen, erinnert Glawischnig, haben seit Jahren auf illegale Praktiken in der Tierzucht und Lebensmittelproduktion hingewiesen und ein schärferes Vorgehen der Behörden verlangt. Bisher haben die Behörden nur mit Ignoranz reagiert. "Umso erfreulicher ist es, daß nun diese illegalen Praktiken, die eine Gefährdung der Gesundheit der KonsumentInnen darstellen, endlich aufgedeckt werden".

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