Katholische Jugend unterstützt Volksbegehren gegen die Einführung von Studiengebühren

- Die Katholische Jugend Österreich unterstützt das von der Österreichischen Hochschülerschaft geplante Volksbegehren gegen die Einführung von Studiengebühren an den österreichischen Universitäten - Die Katholische Jugend Österreich nennt zehn Gründe gegen Studiengebühren.

Wien (OTS) - KJ:-)Ö unterstützt Volksbegehren "Wir begrüßen ein Volksbegehren gegen die Einführung von Studiengebühren", sagt Clemens Gumpenberger, Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich. "Die Katholische Jugend hat sich auch in der Vergangenheit gegen Studiengebühren ausgesprochen, und das mit guten Gründen", weist Gumpenberger auf frühere Stellungnahmen hin. "Wir werden das Volksbegehren im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen und bekannt machen."

Zehn Gründe gegen Studiengebühren

1. Bildung ist die wichtigste Voraussetzung für Jugendliche und junge Erwachsene um berufliche und gesellschaftliche Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Gut ausgebildete Jugendliche und Erwachsene tragen wesentlich zum wirtschaftlichen und sozialen Wohlergehen der Gesellschaft bei. Die Investition in Bildung lohnt sich deshalb auch für den Staat.

2. Die Einführung von Studiengebühren ist keine Reform. Die zum Teil schlechte Ausstattung der Universitäten, lange Wartezeiten auf Seminare, Übungen und Prüfungen sowie mangelnde pädagogische Fähigkeiten mancher Lehrender werden dadurch nicht behoben.

3. Studieren ist schon jetzt nicht gratis. Wohnung, Unterhalt, Bücher, Computer, Verkehrsmittel und Vieles mehr müssen von Studierenden und ihren Eltern finanziert werden. Ein Großteil der Studierenden arbeitet bereits neben dem Studium, um sich die Ausbildung überhaupt leisten zu können. 10.000 Schilling Mehraufwand pro Jahr bedeutet mehr Arbeit neben dem Studium und damit längere Studiendauer.

4. Studiengebühren machen soziales, politisches und gesellschaftliches Engagement junger Menschen beinahe unmöglich. Die einen müssen schnell studieren, um die Leistungen für das Stipendium zu erbringen. Die anderen müssen arbeiten, um sich das Studium leisten zu können. Freiwilliges und ehrenamtliches Engagement in Jugendverbänden, sozialen und ökologischen Einrichtungen oder politischen Parteien ist da nicht mehr drinnen. Auf der Strecke bleibt die Entwicklung sozialer Kompetenz und staatsbürgerlicher Verantwortung.

5. Studiengebühren machen höhere Bildung verstärkt vom Einkommen der Eltern abhängig. Dadurch vergrößert sich die Kluft zwischen denen, die es sich leisten können, und denen, die es sich nicht leisten können. Soziale Spannungen und Konflikte in der Gesellschaft werden verstärkt. Ein unerwünschter Effekt!?

6. Stipendien mögen sozial Schwache unterstützen und ihnen ein Studium ermöglichen. Der verschärfte Leistungsdruck, unter dem StipendienbezieherInnen stehen, verkürzt das Studium jedoch auf den Wissenserwerb. Andere Dimensionen des Studierens und Menschseins müssen hintangestellt werden: soziale Kontakte, Beziehungen, interdisziplinäre Gespräche mit anderen Studierenden etc.

7. Von Jugendlichen wird verstärkt Kreativität und Innovation erwartet. Neue, ungewöhnliche Berufswege, berufliche Selbständigkeit und soziale Innovationen sind die Herausforderungen an die junge Generation. Innovation braucht Zeit, Spiel und Auseinandersetzung. Universität stellt dafür Raum, Menschen, Informationen, Wissen und Situationen zur Verfügung. Die Reduktion des Studiums auf messbare Leistung in möglichst kurzer Zeit verhindert jedoch soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Kreativität junger Menschen.

8. Von jungen Menschen werden zunehmend Flexibilität und vielfältige Kompetenzen gefordert. Deshalb jobben sie in verschiedensten Berufen, machen Ausbildungen neben dem Studium und nutzen universitären Angebote auch zusätzlich zum eigenen Fach. Studiengebühren zwingen zur Konzentration auf ein Fachgebiet und erschweren somit die Vorbereitung auf eine ungewisse, "flexibilisierte" Zukunft.

9. Bildungserfolg zeigt sich nicht nur im Studienabschluss in Regelstudiendauer, sondern auch im fließenden Berufseinstieg während des Studiums, im Studienabbruch wegen Berufserfolgs oder in der Nutzung der Ressource Universität neben der Berufstätigkeit.

10. LangzeitstudentInnen, StudienabbrecherInnen und HobbystudentInnen verursachen nicht mehr Kosten als Menschen, die ihr Studium in Regelstudienzeit abschließen. Sie nutzen das Angebot nur auf andere Weise. Die Meisten von ihnen sind berufstätig und somit ohnehin brave SteuerzahlerInnen.

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