"Neue Zeit" Kommentar: "Schleudersitz" (von Günther Gruber)

Ausgabe vom 19. 1. 2001

Graz (OTS) - Ein Ex-Minister tritt aus der Partei aus, ein Abgeordneter zum Nationalrat schmeißt sein Mandat hin, eine steirische Spitzenkandidatin wird schwer beschädigt nach Wien zurück geschickt. Das sind die Ergebnisse der Gefechte innerhalb der FPÖ in unmittelbarem Zusammenhang mit der Landtagswahl in der Steiermark. Wenn nun der Wiener FPÖ-Chef Hilmar Kabas auf eine Spitzenkandidatur bei der Gemeinderatswahl in der Bundeshauptstadt verzichtet, um "steirische Verhältnisse" zu vermeiden, könnte das ein Schuss ins eigene Knie werden. Alle aus Sicht der FPÖ einigermaßen präsentablen Alternativen - Partik-Pable, Westenthaler, Scheibner - haben bisher mit einem herzlichen, aber bestimmten "Nein danke" abgewunken. Bleiben zwei Möglichkeiten. Entweder die Wiener Freiheitlichen suchen sich einen Zählkandidaten, der nach einem Wahldebakel am 25. März wieder von der Bildfläche verschwindet, oder eine der oben genannten Personen wird von ihrer Kandidatur ebenso "überzeugt" wie Hilmar Kabas von seinem Rücktritt. Das allerdings hieße, die nächste Personalreserve auf dem Altar der Parteiräson zu opfern. Dass bei einer Ausgangsbasis von 28 Prozent in Wien von der FPÖ nur eine Wahlniederlage eingefahren werden kann, ist allen Beteiligten klar. Die Frage ist nur, wer von der Parteispitze als entbehrlich eingestuft und auf den Schleudersitz des ersten Listenplatzes gesetzt wird. Kabas selbst hätte diese Voraussetzungen wohl am besten erfüllt.

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